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Tänzer wollen weitermachen, so lange man tanzen kann

Vier Jahrzehnte Volkstanzgruppe Strücken:Schritt für Schritt

STRÜCKEN. Es waren Strückener Frauen, die sich auf einer Dorffeier in den Kopf setzten: „Wir machen das!“ Eine Volkstanzgruppe gründen nämlich, die beim nächsten Fest vortanzen würde. Aus dieser netten Idee entwickelte sich vor über 40 Jahren eine feste Tradition. Noch heute tritt die Volkstanzgruppe Strücken auf, wenn auch nicht mehr ganz so oft wie früher.

veröffentlicht am 10.03.2019 um 15:55 Uhr
aktualisiert am 10.03.2019 um 19:50 Uhr

Es waren Strückener Frauen, die sich in den Kopf setzten: „Wir machen das!“ – und prompt eine Volkstanzsgruppe gründeten. Männer kamen natürlich auch dazu. Seit inzwischen 40 Jahren tritt die Gruppe nun auf. Foto: pr.
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Cornelia Kurth Reporterin zur Autorenseite
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STRÜCKEN. Es waren Strückener Frauen, die sich auf einer Dorffeier in den Kopf gesetzt haben: „Wir machen das!“ Eine Volkstanzgruppe gründen nämlich, die beim nächsten Fest vortanzen würde. Aus dieser netten Idee entwickelte sich vor mehr als 40 Jahren eine feste Tradition. Noch heute tritt die Volkstanzgruppe Strücken auf, wenn auch nicht mehr ganz so oft wie früher.

Selbstverständlich waren von jeher auch Männer dabei. Schließlich besteht der Reiz des Volkstanzes gerade im gemeinsamen Tanz von Frau und Mann in ihren unterschiedlichen bunten Trachten.

„Die Männer hatten keine Bedenken, mitzumachen“, sagt Gruppenleiterin Elfriede Sümenicht im Gespräch mit dieser Zeitung. „Nur leider sind sie heute ein bisschen knapp.“ Aus „sechseinhalb“ Paaren besteht die Gruppe, und in der Not übernimmt die inzwischen 80-jährige Sümenicht auch mal den männlichen Tanzpart.

Das sei gar nicht so einfach, wenn man sich jahrzehntelang immer in die eine Richtung gedreht habe, und dann gehe es plötzlich andersherum, erklärt sie. Manchmal müsse sie sich klarmachen: „Huch, das ist falsch, ich bin ja ein Mann!“ Aber geduldiges Lernen kennen alle Gruppenmitglieder. „Damals wusste ja keiner von uns, wie es eigentlich geht. Wir haben es uns Schritt für Schritt selbst beigebracht.“

Als im Jahr 1978 zunächst Magdalene und Heinrich Brandt die Gruppenleitung übernahmen, folgten bald mutige öffentliche Auftritte im Blumenwall und beim Altstadtfest. Unter der Leitung von Heinz und Hildegard Friedrichs ab 1982 dann ging es so richtig los. Hochzeiten, Hof- und Erntefeste, Familienfeiern und Karneval, überall war die Volkstanzgruppe dabei. Beim „Tag der Niedersachsen“ machten sie Werbung für Rinteln, und sie traten sogar bei der „Grünen Woche“ in Berlin auf.

Also wurde es Zeit für eine wirklich schöne Tracht: Grüne Westen und Schürzen, kontrastiert mit den roten Tüchern der Frauen und roten Krawatten der Männer. Da es in Strücken nie eine eigene Dorftracht gegeben habe, sei man 1992 selbst erfinderisch geworden, und habe sich Schürzen und Westen nähen lassen, erzählt Sümenicht, die inzwischen mit ihrem Mann Heinrich die Gruppe leitete.

Erfindergeist kam auch bei den Choreografien zum Tragen. Tanzlehrer gab es nicht, also guckte man sich bei anderen Gruppen etwas ab. Oder wurde selbst kreativ. Nach einer Begegnung mit dem Sänger Peter Schünemann ließ das Lied „Weil ich ein Weserjunge bin“ speziell Elfriede Sümenicht nicht mehr los. Sie schuf daraufhin den Tanz „Der Weserjunge“, der prompt aller Lieblings- und regelmäßiger Abschlusstanz wurde.

Auch internationale Begegnungen kamen zustande. 2012 reisten die Volkstänzer in Rintelns englische Partnerstadt Kendal, und im selben Jahr kam eine sardische Tanzgruppe zu Besuch. „Das war ein lustiger Abend“, erinnert sich Elfriede Sümenicht. „Die Sarden tanzen ja ganz anders als wir, viel wilder.“ Italienisch konnte keiner der Strückener, aber egal – Tanzen verbindet auch so.

Nun sind viele der Tänzer und Tänzerinnen in die Jahre gekommen und man springt nicht mehr ganz so lebhaft herum. Trotzdem, drei Auftritte sind für dieses Jahr fest eingeplant, unter anderem beim Erntefest der Ackerbürger.

Manchmal würde sie sich gerne einen der Männer aus der „Trachten- und Volkstanzgruppe Strücken“ ausleihen, der damaligen Kindertanzgruppe, die nun auch schon längst erwachsen ist. „Aber die haben leider niemanden zu vergeben.“ Was sie und ihre Mittanzenden betrifft: „Wir machen so lange weiter, wie wir noch tanzfähig sind!“




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