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Geldauflagen statt Strafen

Vor Gericht: Prozesse um Faustschlag auf Zeltfest beendet

RINTELN/BÜCKEBURG. In einem Falschaussageverfahren können nun drei junge Rintelner mit dem Ausgang ihres Prozesses zufrieden sein: In einer Berufungsverhandlung unter Vorsitz von Landgerichtspräsidentin Eike Höcker wurde das Verfahren gegen die 19 bis 22 Jahre alten Angeklagten eingestellt.

veröffentlicht am 06.02.2019 um 15:54 Uhr

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RINTELN/BÜCKEBURG. Allerdings müssen die von den Rechtsanwälten Marco Vogt, Roman von Alvensleben und Dr. Volkmar Wissgott verteidigten Männer Geldauflagen zwischen 200 Euro und 1000 Euro bezahlen. So lautete nun die Entscheidung nach einem Rechtsgespräch zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung. In erster Instanz war das Trio noch zu saftigen Geldstrafen in Höhe von 4000 Euro beziehungsweise 40 Arbeitsstunden wegen uneidlicher Falschaussage verurteilt worden.

Im vergangenen Sommer war der damalige Rintelner Amtsrichter der Auffassung, dass die jungen Leute vor Gericht zugunsten eines angeklagten Kumpels gelogen hatten. Unisono erzählten die Drei sinngemäß, ihr Kumpel sei zunächst auf einem Zeltfest vom Opfer von hinten angegriffen und gewürgt worden, ehe er zuschlug. Laut Richter hatte es aber nie einen Angriff von hinten gegeben, weil sich die Kontrahenten gegenüberstanden.

Ausgangspunkt von insgesamt drei Prozessen war eine Auseinandersetzung auf einem Zeltfest in Ohndorf. Dort trafen im September 2016 zwei Gruppen aufeinander. Auf der Tanzfläche kam es zum Streit zwischen zwei Heranwachsenden aus den beiden Cliquen. Dabei versetzte ein Kumpel der jetzt Angeklagten seinem Kontrahenten einen Faustschlag, der Getroffene zog sich dabei Nasenbluten zu. Vor dem Schlag hatte das Opfer noch seinen Arm ausgestreckt, um den Angreifer auf Abstand zu halten. So sah es das Rintelner Amtsgericht im Sommer 2017 und verurteilte den Kumpel wegen Körperverletzung. In jenem Prozess sagte auch das Trio als Zeugen aus und entlastete dabei den dort Angeklagten. Dafür wurden die jungen Rintelner wegen Falschaussage angeklagt und ein Jahr später im zweiten Prozess in dieser Sache schuldig gesprochen. Dagegen legten sie Berufung ein und erreichten jetzt eine Einstellung ihres Verfahrens gegen Geldauflagen.maf




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