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Film und Diskussion in der Hildburgschule

Was, wenn Mama und Papa psychisch erkrankt sind?

RINTELN. In der Aula der Hildburgschule hat kürzlich eine Veranstaltung zur Situation von Kindern psychisch erkrankter Eltern stattgefunden, zu der der Präventionsrat Rinteln eingeladen hatte.

veröffentlicht am 06.12.2018 um 16:05 Uhr
aktualisiert am 06.12.2018 um 18:10 Uhr

Marion Grages (links) und Anne-Marie Zimmermann während der Veranstaltung in der Aula der Hildburgschule. Foto: pr.

Deren Vertreterin Mareen Fennert hob in ihren Begrüßungsworten die Notwendigkeit hervor, sich mit der Situation von Kindern psychisch erkrankter Eltern auseinanderzusetzen.

Erwachsene, Jugendliche und Kinder sahen zunächst den Dokumentarfilm „Wir sind hier!“. In diesem sehenswerten und bewegenden Film berichten Mädchen und Jungen aus Hamburg, wie sie die Erkrankung ihrer Eltern empfinden und wie sie damit umgehen.

Ein Junge hat sich beispielsweise als Teenager dazu entschlossen, zu seinem nicht erkrankten Vater zu ziehen und seine psychisch erkrankte Mutter einmal wöchentlich zu besuchen. Ein Mädchen hat bei einer Lehrerin ein offenes Ohr für ihre Not gefunden und ist so zum Projekt „Wellengang“ gelangt, wo sie Verständnis und Unterstützung bekommen hat.

Eine junge Frau berichtet rückblickend davon, wie belastend sie die Unberechenbarkeit ihrer Mutter erlebt hat und wie sie Kraft und Mut beim Ballett-Tanzen gefunden hat.

Die Kinder und Jugendlichen, die im Film zu Wort kommen, machen anderen Kindern Mut, trotz der Erkrankung des Vaters oder der Mutter ihr eigenes Leben mutig zu leben. In einem Rap-Song, welcher im Projekt „Wellengang“ entstanden ist, singen alle am Ende des Films selbstbewusst ins Mikrofon: „Wir sind hier, wir sind stark!“

Im Anschluss an den Film schilderten sowohl Jugendliche als auch betroffene Eltern eigene Erlebnisse und Erfahrungen. Anne-Marie Zimmermann, Psychologin bei der Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche im Landkreis Schaumburg, beantwortete Fragen aus dem Publikum.

Stabile Bezugspersonen

wichtig für Betroffene

Sie machte außerdem deutlich, wie wichtig für betroffene Kinder und Jugendliche Erwachsene sind, die ihre Situation wahrnehmen, die ihnen zuhören und die ihnen als stabile Bezugsperson zur Seite stehen. Sie unterstrich darüber hinaus die Bedeutung offener und geschützter Gruppenangebote für Kinder und Jugendliche, deren Eltern psychisch erkrankt sind.

Marion Grages von der Gruppe „Sonnenschein“ für Angehörige psychisch Erkrankter informierte über die Inhalte und Ziele der Selbsthilfegruppe. Sie machte Angehörigen Mut, zu den Gruppentreffen in Rinteln oder Stadthagen zu kommen: „Es tut einfach gut, zu spüren, dass die anderen Angehörigen einen verstehen.“

Neben den bereits genannten Organisationen haben der Kinderschutzbund Rinteln und die AG „Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene“ im Schaumburger Bündnis gegen Depression diese Veranstaltung vorbereitet.

Susanne Meyer und Albrecht Schäffer vom Kinderschutzbund-Projekt „Wellenreiter“ dankten am Ende der Veranstaltung allen Anwesenden für deren Offenheit in dem regen Gedankenaustausch.

Informationen zum „Wellenreiter“-Projekt gibt es telefonisch unter (0 57 51) 9 93 30 67 und auch auf der Internetseite www.kinderschutzbund-rinteln.de.r




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