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Weichen für Stadthallen-Neubau gestellt

Nach hitziger Diskussion, vor allem zwischen Heinrich Sasse (WGS) und der CDU-Fraktion, entschied in der gestrigen Ratssitzung eine Mehrheit aus Teilen der WGS, Grünen und SPD, dass der Bürgermeister Verhandlungen über den Verkauf des stadteigenen Brückentorkomplexes führen soll. Damit sind die Weichen für einen Stadthallen-Neubau gestellt.

veröffentlicht am 30.11.2018 um 09:40 Uhr
aktualisiert am 30.11.2018 um 17:44 Uhr

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RINTELN. Nach einer hitzigen Diskussion hat in der gestrigen Ratssitzung eine Mehrheit aus Teilen der WGS, den Grünen und der SPD entschieden, dass der Bürgermeister Verhandlungen über den Verkauf des stadteigenen Brückentorkomplexes führen soll. Damit sind die Weichen für einen Stadthallen-Neubau gestellt. Den Antrag, der auch von der Verwaltung unterstützte wurde, hatten die WGS-Mitglieder Heinrich Sasse, Heinrich C. V. Sasse und Jens Maack gestellt.

Die CDU hatte beantragt, Verhandlungen nicht nur über einen Verkauf an einen Investor, sondern auch über einen Kauf des gesamten Brückentorkomplexes durch die Stadt, und eine anschließende Eigennutzung zu führen (wir berichteten). Restaurant und Hotel hätten bei diesem Modell wieder weiterveräußert werden sollen.

Für den CDU-Vorsitzenden Veit Rauch ist bis heute die Frage offen, wie der Bau einer neuen Stadthalle denn überhaupt finanziert werden solle. „Das ist nicht generationengerecht“, erklärte er mit Blick auf den Schuldenstand der Stadt. Daher müsse man die günstigere Variante ins Auge fassen.

Dieter Horn (SPD) argumentierte, dass eine Sanierung keine billigere Variante sein müsse. Mittlerweile seien die kalkulierten Sanierungskosten schon auf vier Millionen Euro gestiegen. Er verwies darauf, dass sich noch niemand mit dem Fundament beschäftigt habe, das beinahe jedes Jahr unter Hochwasser leide. Wolle man mit einem stark sanierungsbedürftigen Komplex wirklich die eigenen Kinder belasten? Eine Stadthalle an der Burgfeldsweide sei die deutlich bessere Wahl, auch wegen der Synergieeffekte zwischen Schule, Sport und Kultur.

Kai Steding (CDU) argumentierte für einen Kauf des Brückentorkomplexes. Der Saal sei beileibe nicht so schlecht, wie Sasse (WGS) ihn darstelle. Wenn die Stadt den Komplex verkaufe, dann werde ein hässliches Gebäude durch ein noch hässlicheres ersetzt. Er plädiert weiterhin für den Abriss der Passage zwischen Woolworth und Brückentorsaal. „Damit holen wir Rinteln an die Weser.“

Ralf Kirstan (FDP) sprach sich vehement gegen eine „Stadtrandhalle“ aus. Die Fußwege von der Burgfeldsweide seien zu lang. Außerdem seien die kalkulierten Kosten von acht Millionen Euro viel zu niedrig – „das werden eher zehn bis 15 Millionen Euro“. Damit kratze Rinteln bald an der 100-Millionen-Euro-Schuldengrenze.

Carsten Ruhnau mahnte, mit dem ewigen Hin und Her – wie der SPD-Politiker den CDU-Antrag inhaltlich sah – habe man bereits den Investor Norbert Dittel vertrieben.

Bürgermeister Thomas Priemer betonte, dass der Standort einer neuen Stadthalle noch nicht festgelegt sei. Die Burgfeldsweide sei nur eine von mehreren Möglichkeiten.

Uta Fahrenkamp (Grüne) zeigte sich verwundert, dass die CDU bei kalkulierten Neubaukosten von acht Millionen Euro, eine massive Steigerung erwarte, bei geplanten Sanierungskosten von vier Millionen Euro, aber von einer deutlich günstigeren Lösung ausgehe.

Zunächst gehe es nur darum, dass der Bürgermeister Verhandlungen über einen Verkauf führen solle. „Das heißt noch nicht, wir verkaufen“, betonte Sasse. Würde man aber auch über einen Kauf des gesamten Komplexes verhandeln, dann müsse man alleine für die Verhandlungen Gutachten einholen, die gut und gerne 500 000 Euro kosten.

Letztlich entschied sich eine deutliche Mehrheit aus SPD, Grünen sowie den Antragstellern aus der WGS, für die Weichenstellung in Richtung Neubau. Das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen.




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