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Kinderschutzbund Rinteln sucht Coaches für Kinder und Jugendliche

„Wellenreiter“ benötigt

RINTELN. Im neuen Kinderschutzbund-Projekt „Wellenreiter“ machen Kinder und Jugendliche mit, deren Eltern psychisch belastet oder erkrankt sind. Für diese Jungen und Mädchen suchen die vier „Wellenreiter“-Fachkräfte nun patente Frauen und Männer, die dazu bereit sind, ein Kind oder einen Jugendlichen für eine Zeit von einem Jahr oder länger als Coach zu begleiten.

veröffentlicht am 02.12.2018 um 16:56 Uhr
aktualisiert am 02.12.2018 um 18:00 Uhr

Mit dem neuen Projekt möchte der Kinderschutzbund Kindern und Jugendlichen Halt geben, deren Eltern psychisch belastet oder erkrankt sind. Foto: pr.
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„Eine stabile Bezugsperson an seiner Seite zu haben, schützt diese Kinder und Jugendlichen am wirkungsvollsten davor, selbst psychisch zu erkranken“, erläutert Frederike Pahne, Sozialarbeiterin im „Wellenreiter“-Team.

Ihre Kollegin Eva Biller beschreibt die Aufgaben eines „Wellenreiter“-Coaches: „Die Erwachsenen sollen für die Kinder oder Jugendlichen einmal pro Woche verlässlich da sein, sollen sie annehmen, wie sie sind, und ihnen Zeit und Aufmerksamkeit schenken.“ Die Heilpädagogin fährt fort: „Was bei den gemeinsamen Treffen unternommen wird, das bestimmen die Kinder und Jugendlichen selbst. Sie sollen durch die Eins-zu-eins-Begleitung innerlich wachsen und Halt finden.“

Die Frage, welche Eigenschaften derjenige mitbringen sollte, der als „Wellenreiter“-Coach aktiv werden möchte, beantwortet Susanne Meyer so: „Hilfreich sind natürlich die Freude am Umgang mit Kindern und Jugendlichen und eine positive Lebenseinstellung. Geduld und innere Stabilität sind aber ebenso wichtig.“ Die systemisch-lösungsorientierte Fachkraft ergänzt: „Kinder und Jugendliche sehnen sich nach einer zugewandten, aufmerksamen Begleitperson, die sie nicht bewertet, sondern sich auf ihre Lebenswelt und ihre Vorstellungen einlässt.“

Vor Aufnahme einer Eins-zu-eins-Begleitung lernen Interessierte alles Wichtige in einer ausführlichen, kostenfreien Schulung ab Mitte Januar 2019. Während der gesamten Dauer ihres ehrenamtlichen Engagements stehen ihnen die Fachkräfte des „Wellenreiter“-Teams für Anliegen und Fragen verlässlich zur Seite.

„In einem persönlichen Gespräch lässt sich am besten klären, ob dieses Ehrenamt zu einem passt“, erklärt Albrecht Schäffer. Der Kulturpädagoge arbeitet seit zehn Jahren in diversen Kinderschutzbund-Projekten mit Ehrenamtlichen und ist überzeugt von den Qualitäten der Quereinsteiger: „Diese Frauen und Männer engagieren sich freiwillig, es ist ihnen eine Herzensangelegenheit. Das spüren die Kinder und Jugendlichen, die mit Ehrenamtlichen in Kontakt sind.“

Die ehrenamtliche Tätigkeit als „Wellenreiter“-Coach biete die einmalige Chance, die Welt durch die Augen von Kindern und Jugendlichen zu sehen. Schäffer und seine Kolleginnen machen daher allen Interessierten Mut, sich an den Kinderschutzbund zu wenden, um nähere Infos zu erhalten: Telefon (0 57 51) 9 93 30 67, E-Mail wellenreiter-rinteln@gmx.de.

Für Kinder und Jugendliche bedeutet das Zusammenleben mit psychisch erkrankten Eltern ein stetes Auf und Ab. Manche Herausforderungen erleben die betroffenen Kinder und Jugendlichen wie Wellen, die über sie hereinzubrechen drohen, wie einen andauernden seelischen Stresszustand. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Kinder psychisch kranker Eltern einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, im Laufe ihres Lebens selbst eine psychische Erkrankung zu entwickeln.

Mit dem Projekt „Wellenreiter“ soll das Risiko vermindert werden, dass Kinder und Jugendliche psychisch erkrankter Eltern selbst psychisch erkranken. Die Angebote für Kinder und Jugendliche sollen deren Selbstwirksamkeit fördern und deren Resilienz stärken. Kinder und Jugendliche sollen durch die Hilfen und durch ihre Beteiligung im Projekt bildlich gesprochen lernen, auf den Wellen der Herausforderungen zu reiten.r




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