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Wer begleitet Kinder und Jugendliche?

„Wellenreiter“-Projekt: Kinderschutzbund beginnt Schulungen

RINTELN. Bewusst leben, mehr Sport machen, vielleicht auch abnehmen – die Liste der guten Vorsätze fürs neue Jahr ist bei vielen lang. Der Kinderschutzbund Rinteln hat einen ganz anderen Vorschlag für einen guten Vorsatz: Ein Kind oder einen Jugendlichen eine verlässliche Zeit lang als Coach begleiten.

veröffentlicht am 08.01.2019 um 15:30 Uhr
aktualisiert am 08.01.2019 um 16:50 Uhr

Seit Herbst vergangenen Jahres bietet der Kinderschutzbund Rinteln das Projekt „Wellenreiter“ an. Es hilft Kindern und Jugendlichen aus instabilen Elternhäusern, sicherer durchs Leben zu gehen. Foto: tol

RINTELN. Bewusst leben, mehr Sport machen, vielleicht auch abnehmen – die Liste der guten Vorsätze fürs neue Jahr ist bei vielen lang und ähnelt oft verdächtig den Listen der vergangenen Jahre. Der Kinderschutzbund Rinteln hat einen ganz anderen Vorschlag für einen guten Vorsatz: Ein Kind oder einen Jugendlichen eine verlässliche Zeit lang als Coach begleiten.

„Viele Menschen überlegen sich zum Jahresbeginn, was sie sich fürs neue Jahr vornehmen wollen“, sagt Albrecht Schäffer vom Kinderschutzbund. Er, Susanne Meyer, Frederike Pahne und Eva Biller vom Kinderschutzbund haben für diese Menschen einen Vorschlag: „Werden Sie ehrenamtlicher Coach für ein Kind im Alter von sechs bis zwölf Jahren oder für einen Jugendlichen im Alter von zwölf bis 18 Jahren.“

Der Hintergrund: Im neuen Kinderschutzbund-Projekt „Wellenreiter“ sollen ab dem Frühjahr engagierte Frauen und Männer zum Einsatz kommen, die dazu bereit sind, ein Kind oder einen Jugendlichen aus Rinteln für mindestens ein Jahr oder länger durch wöchentliche gemeinsame Aktivitäten zu begleiten und in ihrer Entwicklung zu stärken (wir berichteten). Es geht beim „Wellenreiter“-Projekt um Kinder und Jugendliche, die zu Hause ein stetiges Auf und Ab erleben, weil ihr Vater oder ihre Mutter psychisch belastet oder erkrankt ist. Die Erfahrung aus anderen Projekten zeigt, dass betroffene Kinder und Jugendliche eine gute Chance haben, sich trotz der familiären Herausforderungen altersgerecht und gesund zu entwickeln, wenn ihnen außerhalb des Familiensystems noch eine neutrale und verlässliche Bezugsperson zur Seite steht.

Was muss ein Ehrenamtler mitbringen? Ein Coach, der bereits seit vier Jahren für den Kinderschutzbund einen Jugendlichen begleitet, weist rückblickend darauf hin, dass es bei diesem Ehrenamt weniger aufs Tun, sondern mehr aufs Wahrnehmen und Zuhören ankommt, schreibt Schäffer: „Den begleiteten Kindern und Jugendlichen ist es ganz wichtig, dass wir ihnen geduldig zuhören und die gesagten Dinge nicht bewerten. Ratschläge und aktive Hilfe sollen wir bewusst zurückhalten. Denn wenn die Jugendlichen selbst eine Lösung für ihre Herausforderungen finden, dann stärkt das ihr Selbstvertrauen.“ Auf die Frage, wie er durch das Ehrenamt selbst profitiert hat, antwortet er: „Ich habe mich selbst besser kennengelernt, kann aufmerksamer zuhören und betrachte viele Dinge sachlicher, statt sie persönlich zu nehmen.“ Andere Coaches hätten es als wertvoll empfunden zu lernen, die Welt durch die Augen von Kindern oder Jugendlichen zu sehen.

Das Kinderschutzbund-Team sorge mit einer guten Vorbereitung und Begleitung dafür, dass die ehrenamtlichen Coaches ihre Aufgabe gut bewältigen können, so Schäffer. Außer einem ausführlichen Vorgespräch zähle zu dieser Vorbereitung eine mehrteilige, kostenlose Schulung, die ab dem 22. Januar abends und samstags in Rinteln stattfindet, damit auch Berufstätige teilnehmen können.

In dieser Schulung informieren qualifizierte Referentinnen über Themen wie „Hilfe zur Selbsthilfe“, „Nähe und Distanz“, „Menschenbild und Haltung“, „Hilfenetzwerk vor Ort“ und „Kommunikation“. Die Teilnahme an der Schulung ist unverbindlich. „Ob man tatsächlich ein Kind oder einen Jugendlichen ehrenamtlich als Coach begleiten möchte, das entscheidet jeder Teilnehmer am Ende der Schulung selbst“, so Schäffer.

Kontakt: Wer sich für die Teilnahme an der Schulungsreihe für das „Wellenreiter“-Projekt interessiert, findet dazu online auf www.kinderschutzbund-rinteln.de nähere Informationen. Persönliche Infos gibt es bei den Kinderschutzbund-Fachkräften unter Telefon (0 57 51) 9 93 30 67 und per E-Mail an wellenreiter-rinteln@gmx.de. r




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