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Kinderbuchautorin ist zu Besuch in der Grundschule – und muss viele Fragen beantworten

Wie kommen eigentlich die Bilder ins Buch?

Rinteln (who). Viele Erwachsene glauben, dass Kinder heute lieber am Computer sitzen, im Internet surfen und in der Cyber-Welt spielen, als Bücher zu lesen. Das stimmt nur zum Teil und das Lesen von auf richtigem Papier gedruckten Büchern hat immer noch großen Stellenwert für Jungen und Mädchen – das wurde deutlich beim Vorlesetag in der Rintelner Grundschule Süd mit der Kinderbuchautorin Nikola Huppertz.

veröffentlicht am 08.06.2011 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 23:21 Uhr

Auf Tuchfühlung mit einer echten Autorin: Die Kinder der Grundschule Süd haben viele Fragen an die Kinder- und Jugendbuchautorin

„Als Kind habe ich am liebsten nach Abenteuern gesucht, gelesen, gegrübelt, mir Geschichten ausgedacht und musiziert“, sagt die 35-jährige Wahl-Hannoveranerin über sich selber. Auf Einladung der Grundschule ist sie gekommen, um den Kindern Appetit aufs Lesen zu machen und findet durchweg offene Türen und Ohren vor, als sie der Reihe nach die Dritt- und Viertklässler der Rintelner Schule und der Außenstelle Möllenbeck auf einen Streifzug durch ihr jüngstes Buch mitnimmt.

„Hundekuchen und Tartufi“ heißt die Geschichte über die Welt der Schulkinder von heute über innige Verbundenheit und Zankereien mit der besten Freundin und die kleinen Eifersüchteleien, wenn sich beide in denselben netten Jungen verknallen oder über Eltern, die ja so chaotisch sind und immer wenig Zeit haben.

Sie hat mit dieser Geschichte und denen der vier anderen Bücher, „das sechste kommt in Kürze heraus“, ins Schwarze getroffen auch bei ihre kleinen Zuhörern in Rinteln. So stellt Nikola Huppertz schnell fest und muss vorab erst einmal viele Fragen beantworten. „Wie kommt man eigentlich dazu, Kinderbücher zu schreiben? Wie lange dauert es, bis ein Buch fertig ist?“ Oder „Wo und wie kommen die Bilder ins Buch?“, wollen die Kinder wissen.

Nikola Huppertz erzählt deshalb, wie sie es persönlich erlebt hat und erlebt. Auf alle Fälle müsse man selber gerne lesen wollen. Und das sei bei ihr der Fall gewesen mit Lieblingsbüchern wie „Rasmus und der Landstreicher“ oder „Ich hab geschielt und Papa war beleidigt“. Neben dem Schreiben auf einer alten Schreibmaschine war ihre zweite Vorliebe als Kind das Musizieren auf einer ebenfalls betagten Geige, denn „ich wollte entweder Schriftstellerin oder Musikerin werden.“

Nach dem Abitur habe sie zunächst Violine an der Folkwang-Hochschule Essen/Duisburg und Psychologie an der Humboldt-Uni in Berlin, studiert. „Aber dann habe ich gemerkt, ich schreibe am allerliebsten Kinder- und Jugendbücher.“

Wie man da hin kommt, fragt ein Kind und alle hören, dass man vor allem einen Verlag finden muss, der das erste Buch heraus bringen will. „Eine Agentin hat mir sehr dabei geholfen“, verrät die Autorin, denn es sei meistens „ziemlich schwierig, einen passenden Verlag zu finden, weil es so viele Leute gibt, die Bücher schreiben“.

Sie erzählt weiter, wie ihre eigenen Bücher entstehen: Man muss zuerst überlegen, welche Figuren mitmachen und was sie erleben sollen. Zu 95 Prozent mache ihr das „einen Riesenspaß, aber manchmal merke ich auch, was ich für einen Mist geschrieben habe“. In so einem Falle müsse sie eben ganze Kapitel neu schreiben.

„Ungefähr ein halbes Jahr arbeite ich dran“, antwortet sie auf die Frage, wie lange es dauere, bis ein Buch fertig geschrieben sei und an den Verlag zur Druckvorbereitung gehe. Vorher müssen aber noch die Bilder hinein – aber wer macht die und werden dafür weiße Flächen freigelassen, will ein anderes Kind wissen. Dafür sind spezielle Illustrationen, also Zeichner, zuständig,„und ich bin selber immer total gespannt, wie die Bilder werden und ob sie zu meinen Figuren passen“, verrät Nikola Huppertz – und dass sie den Titel des Buches immer erst ganz zum Schluss macht.

So dürfte es auch bei den vier Büchern sein, die sie noch in diesem Jahr herausbringen wird. Und „ich hoffe noch ganz viel“, sagt sie, als ein Kind wissen will, was an Lesestoff künftig noch von ihr zu erwarten sei.

Der Vorlesetag wird in zwei Teilen durchgeführt, der zweite Teil erfolgt heute.

Informationen: Weitere Informationen zur Autorin gibt es im Internet unter www.nikola-huppertz.de.




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