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Wohnzimmer in der Feldmark

Wie Polizei und Stadt gegen illegale Müllentsorgung vorgehen

RINTELN. Eine Lkw-Ladung Bauschutt, illegal abgeladen neben dem Waldweg am Möllenbecker Kieswerk, und auch am Steinbruch von Deckbergen haben Übeltäter Unmengen von Müll entsorgt, ebenso wie neben einem Weg nahe der Autobahn in Rehren, am Parkplatz „Wanders Ruh“ und in den Rintelner Wiesen. Dort liegt ein altes Sofa.

veröffentlicht am 06.12.2018 um 15:46 Uhr
aktualisiert am 06.12.2018 um 18:40 Uhr

Diese Überreste eines Wohnzimmers modern seit Monaten in einem Graben an der Westumgehung vor sich hin. Foto: jan
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Cornelia Kurth Reporterin zur Autorenseite
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RINTELN. Eine ganze Lastwagenladung voller Bauschutt ist illegal neben dem Waldweg am Möllenbecker Kieswerk abgeladen worden. Auch am Steinbruch von Deckbergen haben Übeltäter Unmengen von Müll entsorgt, ebenso wie neben einem Weg nahe der Autobahn in Rehren oder am Parkplatz „Wanderers Ruh“ in Kleinenbremen. „In den letzten drei Monaten war das extrem“, sagt der Rintelner Polizeikommissar Michael Oberheide.

Angesichts der großen Müllmengen vermutet er, die Verursacher könnten in diesen Fällen vielleicht illegal agierende Firmen sein, die Müllentsorgung versprechen, um dann Wald und Feld als Müllkippe zu benutzen. „Aber das ist nur Spekulation“, sagt er. „In den meisten Fällen illegaler Müllentsorgung bleibt es ein Rätsel, wer das getan hat.“

Auch Ratsherr Anthony-Robert Lee (CDU) hatte von „mafiösen Strukturen“ gesprochen, als er im Stadtrat die Häufung illegaler Müllentsorgung thematisierte. Sein Vorschlag: Es solle eine zentrale Telefonnummer eingerichtet werden, unter der die Bürger solche Vorfälle sofort melden können. Bürgermeister Thomas Priemer nahm diese Idee auf und zieht sogar in Erwägung, Belohnungen für wertvolle Hinweise auf die Täter auszusetzen.

Auch dieser Esszimmerstuhl ist im Graben in der Rintelner Feldmark gelandet. Foto: jan
  • Auch dieser Esszimmerstuhl ist im Graben in der Rintelner Feldmark gelandet. Foto: jan

Manchmal ist es der Polizei tatsächlich möglich, die Müll-Verursacher anhand der Funde ausfindig zu machen. Meistens stelle sich heraus, dass die Leute das Geld für die Deponie sparen wollten, so Polizeikommissar Oberheide. Senioren seien dabei, Familienväter auch, berufstätige Bürger – „alles quer durch die Bank“.

Viele hätten kaum ein schlechtes Gewissen gehabt, ihre Möbel, Kühlschränke oder Bauabfälle im Wald abzuliefern. Martin Welsch, Mitarbeiter im Baubetriebshof, erläutert, warum man dabei allerdings ein sehr schlechtes Gewissen haben sollte. Befindet sich der Müll innerhalb geschlossener Ortschaften, übernimmt der Baubetriebshof die Entsorgungsarbeit und zahlt auch die entsprechenden Deponie-Gebühren.

Außerhalb von Ortschaften ist der Landkreis zuständig, und – besonders hart – gehört der vermüllte Grund einer Privatperson, hat sie Aufwand und Kosten für den Abtransport zu tragen. Zudem sei es oft nicht möglich, den unschönen Anblick zeitnah zu beseitigen, so Welsch. „Die Bürger denken dann, dass wir uns einfach nicht darum kümmern. In Wirklichkeit haben wir insgesamt so viel zu tun, dass wir oft gar nicht hinterherkommen.“ Außerdem ist der Baubetriebshof darauf angewiesen, dass die Bürger illegale Müllentsorgung auch melden.

Die Polizei ist da die richtige Anlaufstelle, ebenso wie der Baubetriebshof selbst oder das städtische Ordnungsamt, das die Sache gegebenenfalls an den Landkreis weiterleitet.

Was sollte man tun? Wer Müllansammlungen entdeckt, sollte für eine Meldung möglichst Fotos machen und den Weg zum Tatort gut beschreiben können. Täter, die man erwischt, haben sich dann wegen einer Ordnungswidrigkeit zu verantworten und müssen Bußgelder zahlen. Manchmal wird sogar die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Sondermüll illegal zu entsorgen, ist eine Straftat.




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