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Spezialisten für Reptilien in der Praxis Extertalbahn

Winterurlaub im Kühlschrank

Die Winterruhe gehört zur artgerechten Haltung von Landschildkröten und dauert von Oktober/November bis etwa März. Weil es oft im Keller nicht mehr kühl genug ist, verbringen viele Tiere ihren Winterurlaub im Kühlschrank.

veröffentlicht am 11.01.2019 um 15:24 Uhr
aktualisiert am 11.01.2019 um 21:00 Uhr

Bevor die 20-jährige Griechische Landschildkröte „Sunny“ in den Kühlschrank zur Winterruhe kam, wurde sie von Tierarzt Arne Bosse und Miriam Heßling gründlich untersucht. Foto: la
Kerstin Lange

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Kerstin Lange Redakteurin zur Autorenseite
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RINTELN. Was ist das denn, wer ist denn da im Winterurlaub? Diese Frage hat sich eine Dame beim Blick in ein leeres Terrarium gestellt. Im „Winterurlaub“ ist der 20-jährige Sunny, eine Griechische Landschildkröte. Sie verbringt jedes Jahr einige Monate unter tierärztlicher Kontrolle in einem Kühlschrank in der Praxis Extertalbahn.

Ja, genau, in einem Kühlschrank, denn Schildkröten benötigen eine gleichbleibend kühle Temperatur für ihren Winterschlaf. Früher wurden die Reptilien von ihren Besitzern in eine Kiste mit Laub gesteckt und diese dann in einen Keller gestellt. Inzwischen sind die Winter und damit auch die Keller nicht mehr kühl genug und vor allem wechseln die Temperaturen zu stark. Das würde die Winterruhe der Schildkröten stören.

Die Winterruhe der Landschildkröten beginnt im Oktober oder November und dauert etwa bis März. „Die Winterruhe gehört zur artgerechten Haltung von Landschildkröten“, erklärte der Tierarzt Arne Bosse von der Praxis Extertalbahn in Rinteln. Ohne diese Zeit, in der der Stoffwechsel der Tiere extrem nach unten gefahren wird, könne es zu schweren Fehlbildungen und physischen und metabolischen Schäden kommen. Die Lebenserwartung der Griechischen Landschildkröte wäre erheblich verkürzt und Krankheiten, die sogar zum Tod führen können, seien nicht ausgeschlossen. Höckerbildung, Panzerweiche oder Organschäden können Folgen von fehlender Winterruhe sein.

Selbstverständlich dürfen die Schildkröten, die sich als Haustiere immer größerer Beliebtheit erfreuen, nicht vom Terrarium oder Garten aus direkt in den Kühlschrank gesteckt werden. Eine gewisse Vorbereitungszeit ist notwendig. Am Anfang steht eine tierärztliche Untersuchung nach Wurmbefall oder etwaigen Krankheiten. Wenn keine Bedenken gegen eine Winterruhe bestehen, wird die Landschildkröte behutsam auf die kühle Zeit ohne Wasser und Fressen vorbereitet. Die Temperatur im Terrarium wird gedrosselt, das Licht nur noch kurze Zeit pro Tag angeschaltet und das Fressen reduziert. Kurz vor der Winterruhe sollten die Tiere täglich gebadet werden, was der Darmentleerung dient. In der Praxis Extertalbahn sorgen dann Miriam Heßling und Jennifer Keller für die Tiere. Sie baden sie noch einmal und dann kommen sie, markiert mit ihrem Namen, in eine Box und in den Kühlschrank. Regelmäßig werden die Tiere kontrolliert und gewogen.

Wenn die Landschildkröten im März langsam wieder wach werden, benötigen sie Zeit, um in Gang zu kommen und richtig munter zu werden.

„Da sind die Tiere unterschiedlich. Manche fressen sofort, andere brauchen ein paar Tage“, weiß Jennifer Keller.

Und auch an die Umgebung müssen sich die Tiere erst wieder gewöhnen. „Sunny“ zum Beispiel wollte nach einer Winterruhe absolut nicht wieder fressen und bewegte sich auch nur sehr träge. Die Sorge um das Tier war groß, doch die Untersuchungen blieben ohne Diagnose. Die war auch schwer zu stellen, denn „Sunny“ hatte schlicht Heimweh. Zuhause machte sie sich sofort über ihren Salat her und erforschte ihr frisch gestaltetes Terrarium.

Wer sich über die Haltung von Griechischen Landschildkröten informieren möchte, der ist in der Praxis Extertalbahn bestens aufgehoben. Arne Bosse und sein Team kennen sich gut aus mit den Reptilien, aber auch mit allen anderen Tieren.




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