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Bürgermeister sieht Zukunft für Mountainbike-Park, will Wohnraum schaffen und Einzelhandel fördern

„Wir brauchen große Verkaufsflächen“

RINTELN. „Ich werde nicht herumeiern“, betont Bürgermeister Thomas Priemer, „wir müssen uns entscheiden – und ich habe mich entschieden.“ Die Weserstadt, das betont Priemer im Gespräch mit dieser Zeitung mehrfach, brauche dringend große Verkaufsflächen in der Innenstadt. „Das Problem, dass wir diese nicht haben, ist teilweise hausgemacht.“ Um so wichtiger – trotz aller Gründe die auch dagegen sprechen – sei es, am Brückentorkomplex entsprechende Flächen zu schaffen. „Eine Stadthalle in der Innenstadt schadet natürlich nicht“, so Priemer, „aber eine andere Nutzung für den Einzelhandel wäre noch wertvoller.“

veröffentlicht am 11.01.2019 um 16:01 Uhr
aktualisiert am 11.01.2019 um 16:40 Uhr

Bürgermeister Thomas Priemer in seinem Büro im Rintelner Rathaus. Foto: jak
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Jakob Gokl Stv. Chefredakteur zur Autorenseite
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RINTELN. Derzeit lässt die Stadt ein neues Einzelhandelskonzept erstellen, das letzte ist über 10 Jahre alt. In der Zeit hat sich zwar viel getan – die schon damals geforderten Investitionen und Ladenflächen über mehrere Häuser hinweg, gibt es aber weiterhin kaum. „Unter 300 Quadratmeter denken viele Unternehmen gar nicht über einen Laden nach“, so Priemer, „und gehen Sie mal durch die Fußgängerzone – wie oft gibt es diese 300 Quadratmeter, oder gar mehr?“

Dass der Brückentorkomplex bisher teilweise leer stand, will Priemer allerdings nicht gelten lassen. „Vor 20 Jahren stand es leer – aber seitdem hat sich keiner mehr ernsthaft darum bemüht.“

Deswegen wolle er mit dem Bau einer Stadthalle Platz machen – in den nächsten Wochen will er die Standortanalyse der Verwaltung vorstellen. „Und das sind nicht nur Flächen auf der Grünen Wiese“, betont Priemer – es gebe durchaus Möglichkeiten auch in der Stadt.


Nachnutzung der ehemaligen Briten-Sportplätze

Mittlerweile ist ein Kaufvertrag ausverhandelt, ein Notar gefunden und die Unterschriften stehen kurz bevor. „Wir werden diese Flächen selbst erschließen“, sagt Priemer. Richtung Norden stellt er sich Mehrfamilienhäuser vor, möglicherweise könnte auch die städtische Siedlungsgesellschaft (GVS) eines davon selbst bauen. Richtung Süden soll dann die Bauhöhe abnehmen, unten am Hang Einfamilienhäuser entstehen. Baubeginn könne so ab Herbst 2020 sein, zuvor werde noch ein Städtebau-Büro zwischengeschaltet, das die entsprechende Planung erstellen solle.


Veranstaltungen in der Stadt

„13 Veranstaltungen in der Innenstadt sind genug“, betont Priemer. Mehr werde es am Marktplatz also nicht geben. Stattdessen will die Stadt verstärkt den Weseranger nutzen, der mit vielen Parkplätzen und dem Weserradweg punktet. Weniger im Fokus als noch vor zwei Jahren sieht Priemer die Wiese am alten Hafen – dort sei schon der Aufbau von Bühnenanlagen ein Problem. Eine Ertüchtigung des alten Hafens für kleine Schiffe und Boote sei denkbar – mit dem Arbeitskreis Denkmalschutz habe es sogar schon Gespräche über ein Restaurant-Schiff gegeben – diese seien aber derzeit versandet.

Mountainbike-Park im ehemaligen Steinzeichen

„Die Betreibergesellschaft steht, das Konzept steht und das Projekt ist super gut“, betont Priemer. Aufgrund laufender Verhandlungen könne man noch nicht in Details gehen, er sei aber zuversichtlich, dass man noch 2019 damit an die Öffentlichkeit gehen könne.


Bekommt Rinteln wieder eine Disco?

„Ich habe Hoffnung, dass das Happy Night wieder eröffnen wird“, so Priemer. Der Besitzer des Gebäudes habe ihm mehrfach signalisiert, dass man dem nicht im Wege stehen werde. Was fehlt, ist ein Betreiber mit einem schlüssigen Betriebskonzept. „Wir würden dem nicht im Wege stehen“, so Priemer. Allerdings könne er auch nicht aktiv werben, „denn das Gebäude gehört uns ja nicht.“ Er hofft auf Mundpropaganda und Initiativen aus Rinteln.


Angebote für junge Erwachsene

„Die Stadt selber wird nicht als Veranstalter auftreten“, sagt Priemer. „Wenn die Stadtverwaltung einlädt, welche jungen Leute haben darauf schon Bock?“ Er sei aber sofort bereit, mittels Dienstanweisung Platz und Freiräume zu schaffen, wo Veranstaltungen von den jungen Leuten selbst durchgeführt werden können. „Und das muss nicht immer Wesertekk sein – jeder ist aufgefordert“, meint Priemer. Wer Ideen, Wünsche oder sogar konkrete Vorschläge hat, könne sich via E-Mail (t.priemer@rinteln.de) direkt an ihn wenden.




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