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Veit Rauch (CDU) schlägt Kauf des gesamten Komplexes vor

„Wir reißen den Brückentorkomplex einfach ab“

RINTELN. Geht es nach Veit Rauch, dann könnte das Brandschutz-Desaster am Ende noch etwas Gutes haben. Wie berichtet hat die Stadt den Brückentorsaal aus Brandschutzgründen ab sofort gesperrt. Damit ist die Frage, „Sanierung oder Neubau einer Stadthalle?“ entschieden. Zusätzlich zu den beiden bisher diskutierten Standorten für eine Stadthalle – Burgfeldsweide und Kollegienplatz – bringt der CDU-Fraktionsvorsitzende nun eine ganz neue Variante ins Spiel. „Lasst uns den ganzen Komplex doch kaufen, abreißen und dort eine neue Stadthalle bauen“, schlägt er im Gespräch mit dieser Zeitung vor.

veröffentlicht am 12.10.2018 um 10:32 Uhr

Das historische Brückentor möchte Veit Rauch (CDU) in die neue Stadthalle integrieren. Foto: jan
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Jakob Gokl Stv. Chefredakteur zur Autorenseite
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Das Kalkül von Rauch ist relativ einfach: Das Brandschutz-Gutachten bezieht sich zwar erst einmal nur auf den Saal, doch wenn der schon so erhebliche konstruktive Mängel habe, dann gelte das mit Sicherheit auch für die anderen Teile des Komplexes. Das wird auch explizit im Gutachten erwähnt. Die dargelegten Mängel hätten „erhebliche Auswirkungen auf die angrenzenden Nutzungsbereiche“, auf eine „entsprechende Überprüfung“ weist der Sachverständige ausdrücklich hin. „Die ganze Immobilie hat damit gerade die Hälfte ihres Wertes eingebüßt“, ist sich Rauch sicher. Was wolle der Besitzer nun noch mit einem möglicherweise brandschutzgefährdeten, möglicherweise widerrechtlich gebauten Gebäude?

Wenn der Investor Norbert Dittel ursprünglich etwa zwei Millionen Euro für den Teil des Brückentorkomplexes gezahlt hätte, so rechnet Rauch vor, dann könne man ihn nun bestimmt für eine Million Euro erwerben. „Wenn wir dann noch den Abriss für eine halbe Million Euro bezahlen, bauen wir uns im Westen eine Stadthalle und im Osten, in Richtung Fußgängerzone, verkaufen wir an einen Investor.“

Damit lasse sich mit vergleichsweise geringerem finanziellem Aufwand der Neubau einer Stadthalle realisieren, sagt der CDU-Fraktionschef. „Vor allem ist der Standort perfekt“, ist sich Rauch sicher. Der sei innerstädtisch, bei den Rintelnern etabliert und durch das Parkhaus und den Steinanger optimal mit Parkplätzen versorgt.

Der Saal solle nicht größer werden als der Brückentorsaal jetzt, aber dafür technisch auf dem neuesten Stand. „Und auch der Brandschutz muss diesmal stimmen“, fügt Rauch hinzu.

Der Saal solle diesmal freistehen und nicht eingebettet werden in einen größeren Komplex. „Das tun wir uns nicht noch mal an.“ Außerdem sollen keine weiteren Angebote wie etwa Gastronomie von der Stadt gebaut werden.

„Ich denke, das ist der beste und gangbarste Weg“, so Rauch. „Ja, wir gehen damit erst mal in Vorleistung. Aber ich bin mir sicher, dass wir relativ schnell einen Investor finden, der da etwas bauen möchte.“

Den Bau der Stadthalle solle man dann an einen Generalunternehmer geben, wie es auch beim Bau des Feuerwehrgerätehauses Deckbergen passiert sei. „Der trägt dann das Risiko, die Stadthalle im Preisrahmen zu errichten.“ Dem neuen Baudezernenten traue er die Planung und Abwicklung eines solchen Vorhabens absolut zu.

Außerdem plädiert Rauch dafür, auch das historische Brückentor in den neuen Saal zu integrieren. „Schon allein aus Gründen des Denkmalschutzes.“




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