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25-Jährige ist Berufskraftfahrerin bei WeserGold

Yasemin Busch beweist es: Als Frau im Lkw? Na klar!

RINTELN. „Ich kann nicht bestätigen, dass der Job ein reiner Männerberuf ist. Zu mir sind alle sehr nett. Ich bekomme auch keine doofen Sprüche“, sagt Yasemin Busch selbstbewusst. Die 25-Jährige ist seit einigen Wochen Berufskraftfahrerin bei WeserGold.

veröffentlicht am 19.07.2018 um 15:33 Uhr

„Frauen sind die besseren Fahrer“: Versandleiter Alfons Tebben (li.), Fahrerin Yasemin Busch und Kraftfahrer Frank Diekmann sind sich einig. Foto: Agentur für Arbeit Hameln

RINTELN. 120 000 Kilometer – das ist dreimal der Umfang der gesamten Erde. So viele Kilometer wird Yasemin Busch im Jahr zurücklegen. Sie wird insgesamt 275 Touren fahren und dabei 9575 Paletten ausliefern. Ihr Job? Yasemin Busch ist Berufskraftfahrerin.

Die Branche wird zweifelsohne von Männern dominiert. Doch die 25-Jährige ist sich sicher: „Diesen Job können auch Frauen. Deshalb bin ich Berufskraftfahrerin geworden.“ Seit einigen Wochen arbeitet Busch als Berufskraftfahrerin bei riha WeserGold. Zu ihrem Beruf und der Arbeitsstelle ist sie durch eine Weiterbildung gekommen, gefördert von der Arbeitsagentur Rinteln.

Als Frau fällt sie unter den Berufskraftfahrern auf, meint Frank Puderbach, Leiter Personalwesen bei WeserGold: „Bisher haben sich in den ganzen Jahren nur zwei Frauen bei uns als Berufskraftfahrerin beworben.“

Doch warum ist das so? Ist es wirklich ein Männerberuf?

„Ich kann nicht bestätigen, dass der Job ein reiner Männerberuf ist. Zu mir sind alle sehr nett. Ich bekomme auch keine doofen Sprüche“, sagt Yasemin Busch selbstbewusst. Sie hat die Entscheidung bewusst getroffen. In ihrer Familie gibt es bereits Berufskraftfahrer, weshalb sie alle Vor- und Nachteile kenne. Ihre Familie sei stolz auf sie.

Die Führerscheinprüfung empfand sie als nicht ganz so einfach: „Man bekommt wirklich viel Input. Aber die Prüfung muss auch schwer sein. Mit einem 40-Tonner trägt man viel Verantwortung, der man gerecht werden muss. Wenn man im Unterricht mitschreibt und dann lernt, klappt das aber.“

Zu Beginn hat Yasemin Busch auf dem Gelände ihres Arbeitgebers einige Rangierdienste übernommen, um das Fahrzeug kennenzulernen.

Auch Alfons Tebben, Versandleiter bei Wesergold, bestätigt, dass die Einstufung als reiner Männerberuf nicht passt: „Frauen sind die besseren Fahrer, da sie ruhiger und weniger emotional fahren. Natürlich gibt es Jobs, bei denen man eine Frau nicht einsetzen kann, weil dort viel geschleppt werden muss. Andere Fahrten sind dann aber wiederum auch für Frauen sehr gut zu managen.“ Er sieht die Politik dabei in der Pflicht: „Es müssen endlich neue Rahmenbedingungen her. Viele Parkplätze und auch die sanitären Anlagen müssen dringend nachgebessert werden. Die Sicherheit der Frau muss gewährleistet sein. Erst dann wird der Job wirklich attraktiv!“ Er betont jedoch auch, dass man als Berufskraftfahrer auch mal abends und am Wochenende unterwegs ist: Die Arbeitszeiten bestimmen die Kunden.

Berufskraftfahrer – ob für Mann oder Frau, der Bedarf ist da, wie Frank Puderbach betont: „Wir möchten gerne jedes Jahr fünf Auszubildende einstellen. Leider haben wir zu wenig qualifizierte Bewerber. Deshalb freuen wir uns, dass es mit Yasemin Busch so gut klappt. Sie hängt sich kräftig rein, ist gut vorbereitet und erledigt ihre Aufgaben souverän.“

Puderbach betont, dass WeserGold gerne weitere Frauen einstellen will und ermuntert diese dazu, sich bei Interesse und Eignung einfach zu bewerben. red

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