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Zukunftsprojekt: „Auenlandschaft 2“ zwischen Engern und Ahe

ENGERN. Nach der Auenlandschaft in Hohenrode ist jetzt der Grundstein für ein weiteres Naturschutzgebiet, die Auenlandschaft 2 „Ahe“, gelegt worden. Die soll zwischen Ahe und Engern am „Großen Neelhof“ entstehen, wo das Unternehmen AHE Schaumburger Weserkies damit begonnen hat, Kies abzubauen.

veröffentlicht am 07.06.2018 um 16:09 Uhr
aktualisiert am 07.06.2018 um 17:10 Uhr

Das Kiesabbaugebiet wird über die Weser mit Bagger und Schubverband erschlossen. Dieser Weserzugang soll auch bei der Umwandlung in eine Auenlandschaft bestehen bleiben. Foto: tol
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Hans Weimann Reporter
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ENGERN. Nach der Auenlandschaft in Hohenrode ist jetzt der Grundstein für ein weiteres Naturschutzgebiet, die Auenlandschaft 2 „Ahe“ gelegt worden. Die soll zwischen Ahe und Engern am „Großen Neelhof“ entstehen, wo das Unternehmen AHE Schaumburger Weserkies damit begonnen hat, Kies abzubauen.

Für den Naturschutzbund eine Investition in die Zukunft, denn es wird 20 bis 25 Jahre dauern, bis der letzte Bagger abgezogen ist. Die neue Auenlandschaft soll 70 Hektar groß werden (zum Vergleich: Hohenrode hat 110 Hektar). Der Naturschutzbund und das Unternehmen haben jetzt einen entsprechenden notariellen Vertrag unterschrieben, in dem festgelegt ist, dass der NABU Eigentümer der Flächen wird, wenn der Kiesabbau abgeschlossen ist.

Das Unternehmen hat sich damit zu einem ungewöhnlich frühen Zeitpunkt festgelegt. Bei anderer Nachnutzung wären in 20 Jahren sicher andere Preise zu erzielen gewesen.

Nach der Auskiesung werden die Ufer nach den Plänen des Naturschutzbundes gestaltet. Foto: tol
  • Nach der Auskiesung werden die Ufer nach den Plänen des Naturschutzbundes gestaltet. Foto: tol

Rintelns NABU-Vorsitzender Dr. Nick Büscher drückte das so aus: Das Unternehmen habe sich beim Kaufpreis „erneut sehr großzügig“ gezeigt, um dieses Projekt zu unterstützen. Auch Weserkies-Geschäftsführer Sascha Wagener bestätigte in einem Telefongespräch, es sei die gute Zusammenarbeit mit dem NABU in Hohenrode, die persönliche Bekanntschaft von Büscher und dem Biologen Thomas Brandt mit der Familie Eggersmann, die das Unternehmen zu diesem Schritt bewogen habe. Wagener erklärte am Donnerstag auf Anfrage, noch habe das Unternehmen nicht alle Flurstücke gekauft, die für eine Auskiesung vorgesehen sind.

Nach der Auskiesung sollen – wie beim Modellprojekt Hohenrode erfolgreich umgesetzt – die Ufer gestaltet, Inseln und Flachwasserzonen angelegt werden. Dieses Gebiet müsste dann, wie in Hohenrode, in einem neuen Verfahren als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden. Für Büscher eine einzigartige Chance. Denn so entstehe ein „Biotopverbund an der Oberweser, eine über mehrere Flusskilometer reichende Auenlandschaft, die in Niedersachsen einmalig ist“. Ein weiterer neuer Lebensraum für seltene, geschützte Pflanzen- und Tierarten wie Flussseeschwalbe, Fisch- und Seeadler. Der erste Hektar, verriet Büscher, sei schon gekauft dank einer großzügigen Spende der Kurt-Lange-Stiftung in Bielefeld in Höhe von 30 000 Euro.

Damit das Projekt auch Realität wird, will der NABU – wie bereits für die Auenlandschaft Hohenrode – gemeinsam mit der bundesweit tätigen NABU-Stiftung „Nationales Naturerbe“ bundesweit Spenden für den Grunderwerb sammeln.

Dafür hat der NABU bereits ein Spendenkonto eingerichtet bei der Sparkasse Schaumburg (BIC NOLADE21SHG, IBAN DE07 2555 1480 0313 2499 30, Stichwort: Auenlandschaft).




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