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Wenn das Haus unter den Hammer kommt

Zwangsversteigerungen: Zahlen schwanken, Gründe vielfältig

RINTELN. Die Zahlen der Zwangsversteigerungen in Rinteln gleichen einer Achterbahnfahrt. Große Schwankungen zeichnen sich seit 2014 ab und haben laut Rechtspflegerin Doris Wallenstein vom Amtsgericht Rinteln vermutlich ganz unterschiedliche Faktoren zur Ursache.

veröffentlicht am 28.01.2019 um 15:16 Uhr
aktualisiert am 28.01.2019 um 16:21 Uhr

Im vergangenen Jahr führte das Amtsgericht Rinteln 24 Zwangsversteigerungen durch. Foto: la

Autor:

gloria lucie alter
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RINTELN. Die Zahlen der Zwangsversteigerungen in Rinteln gleichen einer Achterbahnfahrt. Große Schwankungen zeichnen sich seit 2014 ab und haben laut Rechtspflegerin Doris Wallenstein vom Amtsgericht Rinteln vermutlich ganz unterschiedliche Faktoren als Ursache.

2018 führte das Amtsgericht 24 Zwangsversteigerungen durch, 2017 waren es lediglich 15. 2016 stellt innerhalb der zurückliegenden fünf Jahre mit 41 Zwangsversteigerungen den Rekord auf. Insgesamt verwaltete das Amtsgericht Rinteln in den vergangenen fünf Jahren im Schnitt rund 25 Zwangsversteigerungen jährlich.

Wallenstein stellt klar, dass die Gründe für mehr oder weniger Zwangsversteigerungen sehr unterschiedlich sein können. „Wir halten uns zurück mit der Prognose: Das wird an den niedrigen Zinsen liegen.“ Allerdings könne die aktuelle Zinssituation immerhin einer der Faktoren sein, der die Zahlen der Zwangsversteigerungen beeinflusst. Einerseits sei es möglich, dass dadurch Investoren angelockt würden, was den Schuldner vor der Zwangsversteigerung seines Hauses bewahren könne. Kommt es zu einer Einigung zwischen Investor beziehungsweise Käufer und dem Eigentümer, bedeutete das einen sogenannten freihändigen Verkauf. Dieser ermögliche dem Hauseigentümer mitunter sogar, mit einem Plus aus dem Vertrag herauszukommen. Laut der Volksbank in Schaumburg liegt das vor allem an der aktuell guten Lage auf dem Immobilienmarkt.

Andererseits haben Hausbesitzer durch die niedrigen Zinsen auch die Möglichkeit, auf die Kreditinstitute zuzugehen, um sich umschulden zu lassen. Die Volksbank in Schaumburg konnte dies zwar bestätigen, erklärte jedoch, dass sich die Herangehensweise des Kreditinstituts nicht geändert habe.

Insgesamt könne die Volksbank in Schaumburg für die vergangenen 15 Jahre eine geringe Anzahl an Zwangsversteigerungen feststellen. Sinken die Zahlen, so sei dafür maßgeblich die zunehmend bessere wirtschaftliche Gesamtsituation der Bürger verantwortlich. Die Bank wäge in jedem einzelnen Fall genau ab, ob ein Kredit für den Schuldner sinnvoll sei.

Dennoch könne man gewisse Situationen nicht vorhersehen. Das betrifft Menschen, die plötzlich schwer krank werden, in die Arbeitslosigkeit rutschen oder die Finanzierung aus einem anderen Grund beenden müssen. Es sei denjenigen geraten, sich in dem Fall so früh wie möglich an das entsprechende Kreditinstitut zu wenden, um unter Umständen noch einen freihändigen Verkauf möglich zu machen. Dies sei meist der günstigere Weg für den Schuldner, wie die Volksbank in Schaumburg mitteilte. Bisweilen könne die erfolgreiche Veräußerung auch einen Neuanfang für den Schuldner bedeuten.




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