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Zwei Mufflons mitten in Rinteln durch Schüsse betäubt

RINTELN. Zwei Mufflons brachten gestern den Firmenalltag beim Gabelstapler Service C. Kindler durcheinander. Die beiden Tiere hatten sich „Im Emerten“ auf das eingezäunte Gelände verirrt. Am Vormittag erschrak Geschäftsführerin Nicole Odenram, während sie am Schreibtisch arbeitete. Das Fenster war geöffnet, plötzlich hörte sie von draußen Geräusche – jemand ging über den Kies. Beim Blick hinaus schaute sie in die Augen eines Mufflon-Widders.

veröffentlicht am 08.04.2020 um 19:30 Uhr

tol-szlz

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Das Tier lief an der Gebäudeseite nach Süden, ein zweites Tier folgte. Im Schatten von einenm Busch suchten die beiden Mufflons Schutz. Die Mitarbeiter schlossen vorsichtig ihr großes Hoftor. Zumindest konnten die Tiere nicht flüchten. Doch was nun? Auf ihren Anruf bei der Polizei kam sehr rasch eine Streifenwagenbesatzung. Die Beamten riefen auch das Ordnungsamt hinzu. Die Außendienstmitarbeiter waren ohnehin unterwegs, machen derzeit regelmäßige Kontrollen in den Geschäften.

Mit Mufflons hatte bislang noch niemand zu tun. Als weiteres wurde Jürgen Rinne aus Engern dazugerufen. Er ist Jagdberechtigter, hat aber auch ein eigenes Wildgehege. Seine Tiere waren es jedenfalls nicht. Einfaches Einfangen war nicht denkbar.

Die Tiere könnten nur betäubt werden. Hiesige Tierärzte schieden dafür aus, da niemand über die entsprechende Genehmigung für einen Schuß innerorts hat. Auch das Veterinäramt konnte keinen Tierarzt im Landkreis benennen. Helfen konnte schließlich Joachim Pohl aus Hüde am Dümmer See. Er züchtet selbst Wildtiere, auch Mufflons. Zudem darf er Betäubungsschüsse geben.

Er bereitete zwei Injektionspfeile mit einem Präparat zum Erschlaffung der Muskulatur vor. Dann suchte er eine gute Schussposition. Zuerst traf er das Schaf. Beide Tiere liefen auf dem Gelände davon, suchten Schutz. Hier konnte Pohl auch den Widder betäuben.

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Das Medikament wirkte nach wenigen Minuten. den Widder zog er ins Freie. Nach dem Entfernen des Injektionspfeils brauchten Helfer den Widder auf einen Transportanhänger von Jürgen Rinne. Das Wildschaf nahm noch einmal reißaus. Wenige Minuten später war es auch gefasst und kam ebenfalls auf dem Anhänger.

Beide Tiere nimmt zunächst Jürgen Rinne in seine Obhut. Bis morgen sind die Mufflons alleine einem Stall, die Betäubung muss abklingen. Erst dann können sie mit anderen Tieren zusammen kommen. Woher diese Mufflons stammen weiss noch keiner ganz genau. Möglicherweise sind sie vor einiger Zeit aus einer Herde in Kleinenbremen davon gelaufen. Der damalige Besitzer hat sie aufgeben.

Zwei Mufflons verirren sich im Industriegebiet

Zwei Mufflons im Industriegebiet

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Quelle: tol / SZLZ.de



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