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Michael Tenge und Wolfgang Borchhardt legen Prüfung ab

Zwei neue Weserfährleute haben ihr Patent in der Tasche

VARENHOLZ/VELTHEIM. Anfang April ist die neue Personenfähre für die Weserquerung zwischen Varenholz und Veltheim in Betrieb gegangen. Ob es allein an dem neuen Schiffchen liegt, lässt sich nicht sagen, aber die jahrelange Flaute auf der Besatzungsliste ist vorbei.

veröffentlicht am 04.05.2019 um 00:00 Uhr

Henning Buchholz und Manfred Nickel (von links) haben die Fährmannsprüfung abgenommen. Michael Tenge (2. von rechts) darf künftig alleine die Gierseilfähre fahren, Wolfgang Borchhardt (rechts) wurde von Martin Deppe (hinten) entdeckt und angeheuert u
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Autor

Werner Hoppe Reporter
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VARENHOLZ/VELTHEIM. Zwei neue Fährleute haben am Montag die Prüfung abgelegt und vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Minden ihr Patent für das Führen der Gierseilfähre erhalten. WSA-Leiter Henning Buchholz und Manfred Nickel, Beisitzer des Prüfungsausschusses, hatten die beiden Kandidaten vor sich am Tisch. Im Fährleute-Unterstand beim Veltheimer Anleger stellten sich Michael Tenge und Wolfgang Borchhardt dem Prüfer-Duo und dessen Fragen.

„Manchmal konnte man wirklich nur raten und sich das raussuchen, was am wahrscheinlichsten erschien“, bekannte Tenge nach rund einer Stunde. Etliche Prüfungsfragen seien während der Vorbereitungszeit gar nicht behandelt worden. Dafür ging es beim Praxis-Test mit einer Mini-Kreuzfahrt zum Varenholzer Ufer und zurück umso leichter. Dafür hatten nicht zuletzt die vorgeschrieben 90 Tage Praxis-Training bei Martin Deppe und Fährmannslegende Alfred Huck die Grundlage gelegt. Mit dem Erhalt des Patents für das Führen der Weserfähre auf Stromkilometer 174,06 darf Tenge jetzt auf Alleinfahrt gehen und hat inzwischen schon eine erhebliche Anzahl von Solo-Querungen am Steuerrad und mit zahlreichen Passagieren an Bord hinter sich gebracht.

Für Tenges Mitprüfling Wolfgang Borchhardt ist das Patent für die Gierseilfähre bereits das dritte in seiner Sammlung. Von Beruf Schiffsführer war er früher viel unterwegs „auf Rhein und Mosel und auf westdeutschen Kanälen“, wie er erzählt, und hat dafür unter anderem auch das Rheinschifferpatent erworben. „Weil man für jede Fähre ein gesondertes Patent benötigt, hat er hier die praktische Prüfung abgelegt“, erklärte Deppe die Vorgeschichte. Während mehrerer Motorradtouren entlang der Weser hatte er mit seiner Lebensgefährtin Susanne Cremer Fähren besucht und Kollegen kennengelernt. Aus dem Zusammentreffen mit Borchhardt auf Weserkilometer 35,75 folgte der Gegenbesuch in Varenholz und das Angebot, bei Bedarf als Gastfährmann auszuhelfen.

„Martin hat mich angerufen, und das Schiffchen gefiel mir gut“, sagt Borchhardt, der als Ruheständler seit Jahren die Fähre bei seinem Heimatort Bodenfelde-Wahmbeck bei Karlshafen über die Weser schippert. Die Prüfung war reine Formsache für ihn. Aufgrund seiner Vorkenntnisse und Patente musste er lediglich die praktische Prüfung ablegen. Mit einer einzigen Überfahrt war das erledigt. Damit gehört er als Reserve-Joker mit zum Team um Martin Deppe, das in Kürze weiter verstärkt werden wird.

Deppe arbeitet beständig daran, neue Kollegen an Bord zu holen. Wenn alles so läuft, wie erhofft, bestehe das Team bald sogar aus sechs Fährleuten, verrät er. Persönliche Ansprache und ausgehängte Stellenangebote in Oeynhausen, Hameln und beim WSA Minden haben gefruchtet: Mit Sabine Reinecke-Erke aus Hohenhausen, dem gebürtigen Lipper und Wahl-Portaner Wilhelm Hanning sowie Martin Müller aus Varenholz stehen zurzeit noch drei weitere künftige Fährleute in der Ausbildung.

Die Fähre Varenholz-Veltheim verkehrt bis Ende Oktober an Wochenenden, Feiertagen sowie an Brückentagen jeweils von 10 bis 18 Uhr. Erwachsene zu Fuß zahlen 1 Euro, mit Fahrrad 2 Euro, Kinder bis zwölf Jahre 50 Cent und mit Fahrrad 1 Euro. Überfahrten während der Woche nur mit Anmeldung (mindestens 10 Personen) bei der Gemeinde Kalletal, Telefon (05264) 644-113.




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