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Großeinsatz bei Tönsmeier am Georgschacht dauert bis in die Nacht / Polizei kritisiert Schaulustige

150 Helfer kämpfen gegen Brand an

STADTHAGEN. Dicke Rauchschwaden über der Kreisstadt haben die Stadthäger am Dienstag in Aufruhr versetzt. Am Mittag hatte offenbar Papiermüll auf dem Gelände von Tönsmeier Feuer gefangen. Etwa 150 Feuerwehrleute kämpften über Stunden gegen den Brand an. Bis in die Nacht hinein dauerten die Löscharbeiten an.

veröffentlicht am 17.07.2018 um 18:30 Uhr

Ein Feuerwehrmann löscht vom Boden aus den brennenden Papier- und Leichtverpackungsberg bei Tönsmeier. Foto: rg

Autor:

Verena Gehring
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Die Meldung ging um kurz vor 13 Uhr in der Leitstelle ein. Es wurde die höchste Alarmstufe – B3 – ausgerufen. Der komplette Zug der Stadt rückte zum Georgschacht aus. Hinzu kam später auch die Feuerwehr Bückeburg-Stadt mit ihrer Drehleiter. Von der Hubrettungsbühne gingen die Helfer gegen die Flammen vor.

Auf einer Fläche von etwa 100 Quadratmetern hatten die Papier- und Leichtverpackungsberge Feuer gefangen. Vom Boden aus unterstützen Tönsmeier-Mitarbeiter die Löscharbeiten, indem sie Meter für Meter der verbrannten Masse abtrugen. So konnten die Helfer an die einzelnen Brandnester gelangen. Diese wurden ebenfalls vom Boden aus abgelöscht.

Die Einsatzkräfte mussten das Löschwasser von diversen Hydranten in der Umgebung sowie mehrerer Löschteiche beziehen. Wegen der großen Rauchwolke riefen besorgte Anwohner bei den Behörden an. Sie befürchteten umweltschädliche Stoffe in der Luft. Der Landkreis rief über seien Katastrophen-App die Bürger dazu auf, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die Umwelteinheit der Kreisfeuerwehr untersuchte vor Ort die Luftwerte. Wie die Feuerwehr mitteilt, sind die Werte aber nicht gesundheitsschädlich gewesen. Vor Ort waren außerdem das THW und der DRK-Rettungsdienst.

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Bei der Anfahrt zum Brandort wurden die Feuerwehrleute teilweise von Schaulustigen behindert. Etliche Autofahrer fuhren von Mc Donalds aus zum Georgschacht und stellten ihr Auto so ab, dass die nachalarmierten Einsatzkräfte schlecht zum Brandort gelangten. Auch versuchten Gaffer, die platzierten Pylonen zu umfahren. Die Polizei musste zwischenzeitlich die Zufahrt versperren. Behördensprecher Axel Bergmann kann über ein derartiges Verhalten nur mit dem Kopf schütteln. „Es ist immer wieder erschreckend, wie gedankenlos sich Schaulustige verhalten.“ Durch die Sensationslust seien die Rettungskräfte massiv behindert worden. „Wir erleben so etwas offenbar nicht nur vermehrt auf Autobahnen, sondern eben auch auf dem Land“, zeigt sich der Sprecher fassungslos. Generell drohe jedem, der einen Einsatz behindert, eine Anzeige.

Wie der Tönsmeier-Sprecher Boris Ziegler mitteilt, kann derzeit weder zur Brandursache noch zur Schadenshöhe Angaben gemacht werden.




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