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Lieferproblem für behinderten 19-Jährigen aus Wohngruppe

19-Jähriger wochenlang ohne Windeln

STADTHAGEN. Zwei Wochen lang hat Sven Schülke auf eine Lieferung vom Paketdienst DPD mit einem wichtigen Inhalt warten müssen. Der 19-Jährige hat aber nicht etwa Bücher oder Kleidung bestellt, sondern etwas, auf das er dringend angewiesen ist: Windeln. Sven Schülke ist behindert und leidet unter Inkontinenz. Seit etwa einem halben Jahr wohnt er in einer Selbstständigen Wohngruppe für Menschen mit Beeinträchtigungen an der Enzer Straße. Bis Januar hat die Lieferung immer geklappt, erklärt Svens Vater Ulf Schülke. Doch von Mitte bis Ende Februar waren die Windeln nicht mehr angekommen.

veröffentlicht am 04.03.2019 um 17:31 Uhr

Verzögerung „außerhalb des Verantwortungsbereichs der DPD. Foto: dpa
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Das Paket wurde zum Ärger von Sven und Ulf Schülke mehrfach an den Lieferanten zurückgeschickt. Der Grund laut Zusteller: „Der Name wurde bei der Adresse nicht gefunden oder es war keiner da, der die Lieferung annehmen konnte.“ Das Problem kann Ulf Schülke nicht nachvollziehen: In der Einrichtung sei meistens jemand da. Eine Lieferung war für 7 Uhr morgens angegeben. „Da ist immer jemand da“, sagt der 57-Jährige. Doch die Windeln gingen wieder zurück an den Absender.
„So langsam riss mir der Geduldsfaden“, erklärt Ulf Schülke. Mehrfach habe er sich an den Paketdienst gewandt, um das Problem zu klären, ohne Erfolg. Er habe sogar einen Liefertermin vereinbart, doch auch das klappte nicht. Obwohl er sogar seine Handynummer angegeben habe, falls wieder etwas dazwischen kommen sollte – erneut kam nichts an. Als er sich nach dem Verbleib erkundigte, sei ihm gesagt worden, dass der Zusteller bereits losgefahren war, als das Paket in der Verteilstation ankam. Eine Nachlieferung habe der Zusteller in Auftrag gegeben und bezahlen müssen.

Mittlerweile ist das ersehnte Paket, nach mehr als zwei Wochen, endlich angekommen. „Gott sei Dank“, sagt Ulf Schülke.

Auf Anfrage dieser Zeitung erklärte sich DPD. Da der Versender, also der Windellieferant, keine korrekte Adresse angegeben habe, seien die Pakete zunächst nicht in die Zustellung gegangen. „Gemeinsam mit dem Versender wurde dann die korrekte Adresse ermittelt – diese wurde uns allerdings erst am Freitag, 1. März, mittags übermittelt, als alle Zustellfahrzeuge schon längst auf der Straße waren“, heißt es in der DPD-Antwort. Daher seien die beiden Pakete erst am frühen Nachmittag des Freitag erfolgreich zugestellt worden. „Unseren Zusteller haben wir für eine besonders zuverlässigen Service an dieser Zustelladresse sensibilisiert“, so die DPD-Stellungnahme. „Wir bedauern, dass es hier zu einer Verzögerung gekommen ist, auch wenn diese außerhalb des Verantwortungsbereichs von DPD verursacht wurde.“ tbh, ssr




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