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Zwangspause im Vergewaltigungsprozess

Angeklagter mit Coronavirus infiziert

STADTHAGEN/BÜCKEBURG. Im Prozess gegen einen mutmaßlichen Vergewaltiger, der vor drei Jahren in Stadthagen über seine damalige Lebensgefährtin hergefallen sein soll, kommt es erneut zu Verzögerungen. Der 33-jährige Angeklagte hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Er wurde zweimal positiv getestet. Das ist am jüngsten Verhandlungstag vor dem Landgericht in Bückeburg bekannt geworden.

veröffentlicht am 22.01.2021 um 00:00 Uhr

„Es geht ihm nicht gut, er hat wohl Krankheitssymptome“, berichtete Richter Antonius Hüntemann, Vorsitzender der 1. Großen Strafkammer, über den Zustand des 33-Jährigen. Ob der Angeklagte ärztlich behandelt werden muss, war zunächst noch unklar. Der Prozess soll Ende Februar fortgesetzt werden. Verteidiger Volkmar Wissgott hat ein Geständnis seines Mandanten angekündigt.

Beim Prozessauftakt war die Anklagebank zunächst leer geblieben (wir berichteten). Zwischenzeitlich ist der Gesuchte wieder aufgetaucht. Er ist offenbar ins Obdachlosenmilieu abgerutscht und hatte in einer Berliner Sammelunterkunft übernachtet, davor in München. An der zweiten Sitzung nahm er noch teil, der dritte Verhandlungstag fiel dann aus.

Anwalt Wissgott hatte darauf gedrängt, dass sein Mandant getestet wird. Das Ergebnis: Schnelltest und PCR-Test mit Analyse im Labor positiv. Wegen seiner Infektion stand der 33-Jährige zuletzt in Schaumburg unter Quarantäne und war in einem Hotel untergebracht.

Ins Gefängnis muss der Angeklagte voraussichtlich nicht – vorausgesetzt, er räumt die Vorwürfe von Oberstaatsanwalt André Lüth ein. Im Gegenzug für ein Geständnis hat das Gericht ihm eine Freiheitsstrafe zwischen anderthalb und zwei Jahren zugesichert, die zur Bewährung ausgesetzt würde. Vorausgegangen war ein Rechtsgespräch der beteiligten Juristen.

Zur Begründung hieß es unter anderem, dass der Frau durch das Geständnis eine Aussage vor Gericht erspart werden könne. „Es wäre eine große Erleichterung für sie, nicht aussagen zu müssen“, erklärte Opferanwalt Dietmar Weyland. Außerdem liegt die Tat nun schon drei Jahre zurück. Dem Vernehmen nach sind der Mann und die Frau zwar kein Paar mehr, haben aber gemeinsame Kinder.

Zur Tatzeit war die Stadthägerin die Lebensgefährtin des Angeklagten. An einem Nachmittag im Januar 2018 soll der Mann die Wohnung seiner Partnerin erst im Streit verlassen haben, dann aber nach einer Stunde zurückgekehrt sein. Er soll die Frau dann mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen, sie ausgezogen und vergewaltigt haben.




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