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Inhaber Michael Kausch sieht keine Zukunft mehr für Laden / Insolvenzverfahren wird im Juli eröffnet

Aus für Bettengeschäft Impuls

STADTHAGEN. Michael Kausch hat sein Bettengeschäft Impuls Schlafambiente zugemacht – nach 20 Jahren in Stadthagen. Nur knapp zwei Wochen hat der Ausverkauf gedauert. Das Insolvenzverfahren soll noch in diesem Monat eröffnet werden.
Nach den Worten von Rechtsanwalt Immo Hamer von Valtier hat Inhaber Michael Kausch „keine Perspektive“ mehr für das Geschäft an der Niedernstraße 36 gesehen.

veröffentlicht am 03.07.2018 um 20:25 Uhr

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Autor:

Mira Colic
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Dafür sei nach Darstellung des selbstständigen Kaufmanns die Kaufkraft in Stadthagen in den vergangenen Jahren immer mehr gesunken, fügt der vorläufige Insolvenzverwalter hinzu. „Viele alt eingesessene Einzelhändler haben ja schon schließen müssen, auch in direkter Nachbarschaft von Herrn Kausch.“ Nachgekommen seien meist nur Spielhallen – was für Kauschs Kundschaft nicht besonders attraktiv sei.

„Die Kunden sind weniger geworden und damit ist natürlich der Umsatz gesunken. Herr Kausch sieht einfach keine Zukunft mehr.“ Der selbstständige Einzelhändler werde auch nicht an anderer Stelle einen Neuanfang wagen. Das Mietverhältnis für die Immobilie sei bereits gekündigt. Für den einen Angestellten, den der Nienstädter beschäftigt hat, habe es bereits im Vorfeld eine einvernehmliche Lösung gegeben.

Die Aussage des Anwalts, dass Kausch kein neues Geschäft eröffnen werde, scheint zumindest angesichts des Zettels an der Tür des aufgegeben Geschäftes fraglich. Dort heißt es nämlich: „Sie erhalten in Kürze Informationen, wo Sie uns in Zukunft finden.“ Dazu gibt es eine Telefonnummer, über die der Nienstädter ab kommendem Montag erreichbar sein will.

Wirtschaftsförderer Lars Masurek bedauert zwar die Aufgabe eines weiteren Traditionsgeschäftes in der Stadt, macht aber darauf aufmerksam, dass Kausch in den vergangenen Jahren die Möglichkeit gehabt habe, seinen Laden zu verlegen, „um die als lagebedingt empfundenen Nachteile auszugleichen – beispielsweise in die Fußgängerzone oder ins Gewerbegebiet“, so Masurek. Dazu habe es vor gut fünf Jahren auch einen Austausch mit dem Geschäftsmann gegeben.

„Im Endeffekt sind es meist mehrere gravierende Aspekte, die zu einer Insolvenz führen“, macht Masurek deutlich. Der Kritik an einer Vielzahl von Spielhallen tritt er jedoch vehement entgegen. Der juristische Unterschied zwischen Spielhalle und Wettannahmestelle sei gravierend. „Während neue Spielhallen in der Altstadt nicht mehr genehmigt werden, hat man bei Wettannahmestellen keine Handhabe zur Verhinderung, denn jeder Lottoladen fällt bereits unter diese Kategorie und müsste damit verboten werden. Dies ist nicht durchsetzbar.“

Für die Zukunft gelte, dass der massive Strukturwandel im Einzelhandel die mittelständischen Betriebe vor beispiellose Herausforderungen stelle. Am Ende liege es vor allem am Geschäftsinhaber, sich den veränderten Marktbedingungen anzupassen.




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