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Gesundheit riskiert, um Bewohner zu evakuieren

Bei Großbränden in Stadthagen: Polizisten als Lebensretter

STADTHAGEN. Die Ermittlungen zu den beiden Großbränden in der Altstadt dauern an. Derweil wird deutlich, wie geistesgegenwärtig die Polizisten bei beiden Feuern gehandelt hat: Bei beiden Großbränden haben Beamte ihre Gesundheit riskiert, um Bewohner zu evakuieren.

veröffentlicht am 03.04.2019 um 17:00 Uhr
aktualisiert am 03.04.2019 um 20:00 Uhr

Bei dem Feuer an der Krummen Straße haben ein Polizist und ein Rettungssanitäter ein Paar aus dem brennenden Gebäude gerettet. Foto: vin

Autor:

Verena Gehring
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STADTHAGEN. Die Ermittlungen zu den beiden Großbränden in der Altstadt dauern an. Gestern waren die Experten der Polizei mit Gutachtern vor Ort, um weitere Spuren zu sichern. Derweil wird deutlich, wie geistesgegenwärtig die Polizisten bei beiden Feuern gehandelt hat.

Sowohl bei dem Brand in der Echternstraße als auch bei dem in der Krummen Straße waren Streifenwagenbesatzungen als erstes vor Ort. Wie berichtet, war es bei dem nächtlichen Feuer eine 36-jährige Beamtin, die im verqualmten Treppenhaus sogar bis ins zweite Obergeschoss gelaufen ist. Dort stieß sie auf den 73-Jährigen, der vor seiner Wohnung saß. Gemeinsam mit ihm verließ sie den Brandort. Der Senior wurde schwer verletzt. Auch die Beamtin kam mit dem Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus. Zwei andere Polizisten riefen die anderen Bewohner aus dem brennenden Mehrfamilienhaus.

Im Falle des Feuers an der Krummen Straße war der Streifenwagen zeitgleich mit einem Rettungswagen, der zufällig den Bereich passierte, vor Ort. Auch in diesem Fall lief ein Beamter mit einem Rettungsassistenten ins brennende Gebäude. Sie klopften an alle Türen. Im ersten Obergeschoss trat der 36-jährige Polizist eine Tür ein. Im Innern der Wohnung schlief zu diesem Zeitpunkt noch ein Paar, das von dem Feuer noch nichts mitbekommen hatte. Die Männer weckten sie und begleiteten sie nach draußen, während sich in der Etage über ihnen die Flammen immer weiter ausbreiteten.

„„Das Verhalten der Kollegen und das des Rettungsassistenten zeugt von Mut und Engagement“: Axel Bergmann, Polizeisprecher. Foto: Archiv

„Das Verhalten der Kollegen und das des Rettungsassistenten zeugt von Mut und Engagement“, betont Polizeisprecher Axel Bergmann. Immerhin hätten alle ihre Gesundheit riskiert, um Menschen zu retten. „Das ist alles andere als selbstverständlich.“ Glücklicherweise gehe es allen gut.

Während die Beamten im Innern auf der Suche nach möglichen Bewohnern waren, hatte ein Polizist an der Krummen Straße mit bereits evakuierten Männern zu kämpfen. Wie Bergmann mitteilt, wollten sie immer wieder in das in Flammen stehende Gebäude gehen, um Gegenstände rauszuholen. „Das war schon ein Problem.“

Bis auf einen Fall verhielten sich Schaulustige nach Angaben des Sprechers aber diszipliniert. „An der Echternstraße waren zwei deutlich alkoholisierte Männer sehr renitent.“ Doch gemeinsam mit den Feuerwehrkräften konnte das Duo des Platzes verwiesen werden. Ansonsten liefen die Einsätze ohne weitere Störungen ab.




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