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36-Jähriger soll Mitte Januar Feuer absichtlich gelegt haben / Elf Zeugen und ein Gutachter geladen

Brand Gerbergasse: Anklage erhoben

STADTHAGEN. Die Staatsanwaltschaft Bückeburg hat Anklage gegen den mutmaßlichen Brandstifter der Gerbergasse erhoben. Dem 36-Jährigen wird vorgeworfen, am frühen Morgen des 13. Januar den Brand in der Altstadt vorsätzlich gelegt zu haben.

veröffentlicht am 15.08.2018 um 19:34 Uhr

40 Feuerwehrleute haben im Januar gegen das Feuer in der Altstadt gekämpft. Foto: Archiv

Autor:

Verena Gehring
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Der Prozess findet nach Angaben von André Lüth, Sprecher der Staatsanwaltschaft, vor dem Schöffengericht am Amtsgericht in Stadthagen statt. Dem Mann wird Brandstiftung und Sachbeschädigung vorgeworfen. Zu den Einzelheiten der Anklageschrift will der Behördensprecher noch nichts sagen.

Ein Termin steht noch nicht fest. Es sind elf Zeugen sowie ein Sachverständiger geladen. Der Gutachter hat den Beschuldigten im Laufe des Ermittlungsverfahrens – freiwillig – auf Schuldfähigkeit untersucht. Die Verhandlung dürfte sich vor dem Hintergrund also hinziehen.

Der Umstand, dass vor dem Schöffengericht verhandelt wird, bedeutet, dass die maximale Strafe für den Stadthäger vier Jahre betragen könnte. Das ist nach Angaben Lüths die Grenze der Strafgewalt dieser Institution. Sollte der 36-Jährige verurteilt werden, erwartet ihn demnach eine Strafe von einem bis vier Jahren. Auch Bewährung ist möglich, allerdings nur bei einer Verurteilung von bis zu zwei Jahren.

Wie berichtet, war das Feuer in der Gerbergasse um kurz vor 4 Uhr an einem Gebäude in der Gerbergasse ausgebrochen. Da der Bereich der Altstadt eng bebaut ist und auch Teile des Stadthotels betroffen waren, rückten die örtlichen Feuerwehren mit einem Großaufgebot aus. 140 Einsatzkräfte löschten das Feuer. Brandherd war offenbar eine Tonne, die an einem Anbau zwischen dem Hotel und der Tanzschule Uschi Braun stand.

Wenig später nahm die Polizei nach einem Hinweis den nun Angeklagten im Nahbereich des Tatortes fest. Ein Richter erließ umgehend die Unterbringung in der Untersuchungshaft. Dagegen ging der Verteidiger des 36-Jährigen, Lars Hinners, erfolgreich gegen vor. Der Stadthäger kam nach zwölf Tagen wieder auf freien Fuß.

Hinners äußerte damals im Gespräch mit dieser Zeitung Kritik an den Ermittlungsbehörden. „Die Akte gibt weniger Indizien gegen meinen Mandanten her, als Staatsanwaltschaft und Polizei gerne gehabt hätten“, sagte er und nannte seinen Mandanten ein „Bauernopfer“. Vor dem Hintergrund der ungeklärten Brandstiftungen der vergangenen Jahre hätten die Beamten der Öffentlichkeit schnell einen Schuldigen präsentieren wollen. Nun kommt es doch zum Prozess.




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