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Florian Steiner verabschiedet sich nach einem Jahr als FSJler von der Alten Polizei

Einige Stupser und viel Verantwortung

STADTHAGEN. Mit einem lachenden, aber auch einem weinenden Auge sieht Florian Steiner dem Ende seines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) Kultur im Kulturzentrum Alte Polizei in Stadthagen entgegen. Die zwölf Monate in der Einrichtung hätten ihm viel gebracht.

veröffentlicht am 02.07.2018 um 17:44 Uhr

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Autor:

Jennifer Minke-Beil
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Er habe viel erlebt und interessante Menschen kennengelernt. Entscheidend war das FSJ aber auch für seinen beruflichen Werdegang.

„Durch das Jahr hier bin ich erst auf den Gedanken gekommen, mich im Veranstaltungssektor zu bewerben“, sagt Steiner. Im August werde er nun einen Ausbildungsplatz in Hannover als Veranstaltungskaufmann antreten. „Ohne das FSJ hätte ich die Stelle vielleicht gar nicht bekommen. Zumindest hat es die Chancen deutlich erhöht.“

Gerade für seinen zukünftigen Arbeitsbereich habe er viele Erfahrungen gesammelt. Er habe selbstständig einen Konzertabend organisiert und dabei gelernt, wo Schwachstellen sein können. Wichtig sei aber auch gewesen, dass er die richtige Unterstützung erhalten habe. So hätten seine Ansprechpartner von der Alten Polizei etwa die „richtigen Stupser“ gegeben, wenn Gespräche mit den Sponsoren oder der Presse anstanden, berichtet er schmunzelnd.

Das von der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Niedersachsen getragene Projekt hält auch Iris Freimann, Fachbereichsleiterin der Stadt Stadthagen, für sehr sinnvoll. „Die FSJler bringen frischen Wind und neue Ideen mit.“ Es sei sehr wichtig, immer wieder junge Menschen in die Einrichtung zu bringen und zu begeistern. Dann bestehe die Möglichkeit, dass sie immer wieder kommen und sich auch künftig einbringen und Spaß an ehrenamtlicher Arbeit gewinnen. Damit bleibe eine Verbundenheit zur Alten Polizei, aber auch zur Stadt bestehen – selbst wenn die jungen Erwachsenen für eine Ausbildung oder Studium zeitweise in eine andere Stadt ziehen.

„Das ist ein kleiner, aber wichtiger Baustein“, meint Freimann. Aus diesem Grund handle es sich bei dem FSJ Kultur, das landkreisweit nur in Stadthagen angeboten wird, um eine klassische Win-Win-Situation. Deshalb sei es für die Stadt auch keine Frage, dass sie sich anteilig an den Kosten für das FSJ beteilige.

Darüber ist Renate Junklewitz, zuständig für Kulturarbeit bei der Alten Polizei, glücklich, denn „alleine könnten wir das nicht stemmen“. Auch sie hält die Stelle für wichtig. Sie mache die Stadt lebendiger und rücke moderne Ausbildungsplätze in den Fokus. Auch sie persönlich findet ein FSJ für junge Menschen sinnvoll. „Sie können sich kreativ einbringen, aber werden nicht überfordert.“ Seit 16 Jahren arbeite die Alte Polizei nun erfolgreich mit jungen Schaumburgern – und auch „für uns ist das ein Geschenk“.

Florian Steiner bestätigt das und habe sich zu jedem Zeitpunkt gut aufgehoben gefühlt. Somit sei das Jahr nicht nur ein positiver Aspekt in seinem Lebenslauf, sondern sei auch ein wesentlicher Richtungsgeber gewesen. Letztendlich habe er viele Zusagen von potenziellen Arbeitgebern erhalten. Nun freut er sich Steiner auf die Herausforderungen in Hannover, betont aber auch, dass er sich immer wieder gerne in der Alten Polizei blicken lassen und aushelfen werde.




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