weather-image
×

Abgas-Skandal

Ex-VW-Manager Oliver S. ist zurück in Deutschland und wieder in Haft

STADTHAGEN. Nach seiner Auslieferung aus den USA ist Ex-VW-Manager Oliver S. zurück in Deutschland: Der gebürtige Stadthäger sitzt in einem Gefängnis in Niedersachsen. Vor vier Jahren war er während einer Urlaubsreise am Flughafen von Miami aufgrund seiner Rolle im VW-Abgas-Skandal verhaftet worden.

veröffentlicht am 03.11.2020 um 12:22 Uhr

Wie das niedersächsische Justizministerium auf Anfrage dieser Zeitung bestätigt, sitzt der Ex-VW-Manager Oliver S. in Niedersachsen in Haft. Nach Auskunft der zuständigen Staatsanwaltschaft Hildesheim hat S. am 25. September am Frankfurter Flughafen wieder deutschen Boden betreten – erstmals nach fast vier Jahren.

Im Januar 2017 war der VW-Manager während einer Urlaubsreise am Flughafen von Miami aufgrund seiner Rolle im VW-Abgas-Skandal verhaftet worden.

 

Reststrafe in Uelzen

Auf der Internetseite des Gefängnisses in Milan ist das Entlassungsdatum von Oliver S. – Registriernummer 09786-104 – mit dem 24. September 2020 angegeben. Weder Justizministerium noch Staatsanwaltschaft machen detaillierten Angaben zum Aufenthaltsort von S., gut informierte Quellen sprechen jedoch von der JVA Uelzen, in der der 51-Jährige seine restliche Strafe absitzen soll.

Wie lange S. noch in Haft bleiben muss, könne sie noch nicht beantworten, erklärt Erste Staatsanwältin Christina Wotschke aus Hildesheim. „In den USA können Häftlinge durch gute Führung sogenannte Haftzeitgutschriften erhalten. Das muss jetzt noch berechnet werden.“

Anfang Dezember 2017 hatte ein Gericht in Detroit S. zu sieben Jahren Gefängnis und zu einer Geldstrafe in Höhe von 400.000 US-Dollar verurteilt. Wegen Verschwörung zum Betrug und Verstoß gegen US-amerikanische Umweltgesetze saß der Ingenieur seit Dezember 2017 in der Federal Correctional Institution in Milan, Michigan, einem Bundesgefängnis niedriger Sicherheitsstufe, ein.

20 Jahre für den VW-Konzern gearbeitet

S. hat insgesamt 20 Jahre für den Volkswagen-Konzern gearbeitet, war von Februar 2012 bis März 2015 in leitender Funktion für Umweltfragen in den USA zuständig. Nach seiner überraschenden Verhaftung hatte er anfangs seine Mittäterschaft abgestritten, sich im August 2017 jedoch schuldig bekannt und war einen Deal mit der Staatsanwaltschaft eingegangen. Die theoretische Haftstrafe von 169 Jahren sank damit drastisch.

In Folge des Urteilsspruches hat Volkswagen seinen ehemaligen Manager fristlos entlassen. Gegen diese Kündigung setzt sich der 51-Jährige juristisch zur Wehr, das Verfahren läuft noch. 

Von Mira Colic




Anzeige
Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige