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Verwaltung muss Sprachförderung in Kindergärten vorbereiten

Fachkräfte kaum zu finden

STADTHAGEN. Die von der Landesregierung kurzfristig beschlossene Verlagerung der vorschulischen Sprachförderung aus den Grundschulen in die Kitas (wir berichteten) stellt für die Stadtverwaltung „eine gewaltige Herausforderung“ dar. Das hat die Leiterin des Fachbereiches Bürgerdienste, Iris Freimann, im Ratsausschuss für Schulen und Kindergärten bekundet.

veröffentlicht am 08.06.2018 um 19:52 Uhr

Auf die Kindertagesstätten in Stadthagen kommt die Aufgabe der vorschulischen Sprachförderung zu. Foto: rg

Autor:

Stefan Rothe
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In der sehr kurzen verbleibenden Frist bis zum Beginn des Kita-Jahres am 1. August die Versorgung mit dafür benötigten Fachkräften sicherstellen zu müssen, bereite „große Sorgen“, sagte sie: „Ich hätte mir mehr Zeit für die Vorbereitung gewünscht.“ Sie versicherte vor den Fachpolitikern aber: „Ich bin guten Mutes, dass wir das irgendwie schaffen werden.“

Als erstes werde man auf die Kräfte zurückgreifen, die an den hiesigen Kitas schon derzeit im Rahmen bestimmter Bundes- und Landesprogramme sprachliche Frühförderung betreiben, berichtete Freimann auf Nachfrage. „Eigentlich sind die Kitas hier in dieser Sache schon exzellent aufgestellt, da ist Stadthagen weiter als viele andere Städte“, beruhigte im Ausschuss die Grundschulvertreterin Petra Ammon.

Bei diesen Kräften handele es sich um Logopäden und um Erzieherinnen mit Zusatzausbildung. „Unser erster Schritt wird sein, zu prüfen, inwieweit wir die für die vorschulische Sprachförderung einsetzen können.“ Ein Problem dabei sei, dass die Ausführungsrichtlinien für das Gesetz noch gar nicht vorhanden sind „und wir noch gar nicht wissen, welche Art von Qualifikation diese Kräfte denn nun genau haben müssen“, erläuterte Freimann. Auch viele andere Details der neuen Aufgabe seien noch nicht geklärt. Grundsätzlich wolle man aber „unter der neuen Anforderung so viel wie möglich von dem erhalten, was bislang gut gelaufen ist“.

Über den Einsatz vorhandener eigener Kräfte hinaus „müssen wir gucken, was an Fachkräften zu kriegen ist“, setzte Freimann hinzu: Der Markt sei freilich ziemlich leergefegt, „es werden in der kurzen verbleibenden Frist kaum qualifizierte Leute zu finden sein“, so Freimann. Trotzdem werde man alles versuchen.

Das Land müsse den Kommunen für diese Maßnahme „durch Sondermittel genügend finanzielle und personelle Ressourcen zur Verfügung stellen“, forderte Richard Wilmers (WIR), „sonst ist das eine fragwürdige Sache“. Ohnehin sei die Reform „nicht aus pädagogischer Einsicht“ gemacht worden, sondern nur, „weil die Grundschulen personell so schlecht ausgestattet sind“, so Wilmers.

Eine „positive Herausforderung“ sah Thomas Pawlik (SPD) in der Neuerung: „Es ist ein guter Schritt.“ Damit verbunden sei eine durchaus zu begrüßende Aufwertung der Kitas bei gleichzeitiger sinnvoller Entlastung der ohnehin schon vielfältig herausgeforderten Grundschulen.




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