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Feliks Oldewage übernimmt die Leitung des Kulturzentrums im Herbst von Klaus Strempel

Generationswechsel in der Alten Polizei

STADTHAGEN. Jetzt ist es amtlich: Feliks Oldewage wird im Herbst die Leitung des Kulturzentrums Alte Polizei übernehmen. Der bisherige Geschäftsführer Klaus Strempel verabschiedet sich nach 16 Jahren, in denen er die Geschicke der Einrichtung geleitet hat, zum 1. November wie berichtet in die „berufliche Selbstständigkeit“.

veröffentlicht am 21.06.2018 um 13:28 Uhr
aktualisiert am 21.06.2018 um 16:42 Uhr

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Autor:

Mira Colic
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Ab August wird der 65-Jährige Oldewage noch in die vielfältigen Tätigkeitsbereiche einarbeiten.

Der Generationswechsel ist von langer Hand geplant, wie Strempel im Gespräch erklärte. Bereits vor zwei Jahren hat der Verein einen Antrag auf eine Förderung der Stiftung Niedersachsen gestellt, mit der die dreimonatige Einarbeitung organisiert werden kann. „Mit dem Programm „sozioK_change“ sollen sozio-kulturelle Zentren zukunftsfähig gemacht werden“, erklärt Strempel. „Das bietet uns einen fantastischen Rahmen für den Wechsel, ich hatte damals nur vier Stunden Einarbeitungszeit.“

Bewerber aus Deutschland,
Österreich und der Schweiz

Neun Bewerbungen aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz seien nach der Stellenausschreibung eingetroffen, die Ende Januar veröffentlicht wurde. „Das ist ein tolles Zeichen für unser Haus und unsere Stadt“, sagt Trägervereins-Vorsitzende Rita Bauck. Nach den Vorstellungsgesprächen sei die Wahl der Einstellungskommission einstimmig auf Feliks Oldewage gefallen.

Der 36-Jährige bringt nicht nur fachlich alle Voraussetzungen mit, die sich das Team gewünscht hat – er kennt sich auch in Schaumburg aus. „Ich bin in Wölpinghausen aufgewachsen und habe mein Abitur am Ratsgymnasium gemacht.“ Zum Studium – Geschichte, Kulturwissenschaft und Philosophie – zog es den Halb-Finnen nach Bremen. Dort hat er ehrenamtlich für die Deutsch-Finnische Gesellschaft gearbeitet und Konzerte organisiert. Nach dem Studienabschluss ging er als Kulturmanager für die Robert Bosch Stiftung für zwei Jahre ins nordrussische Archangelsk, wo er im Kulturministerium unter anderem Musikevents geplant hat.

Auch seine letzte Stelle war musikalisch geprägt. Mit dem Schülermusical „Luther macht Schule“ hat er „einen Schritt in die Region gemacht“. 35 Schulen in Wunstorf, Schaumburg und Nienburg haben sich an dem Projekt beteiligt. Ihm sei nach seiner Rückkehr aus Russland 2015 nämlich klar geworden, dass er zurück in die Heimat wollte. „Mittlerweile habe ich nicht nur die Stelle im Mehrgenerationenhaus, sondern lebe auch in einem“, erzählt der 36-Jährige lachend. Der frisch gebackene Vater von Zwillingen ist mit seiner Freundin bei seinen Eltern in Wölpinghausen eingezogen.

Oldewage wird als Geschäftsführer für die Bereiche Personal- und Finanzmanagement, die Öffentlichkeitsarbeit sowie die Koordination verantwortlich sein. „All das gelingt in so einem kleinen Team mit drei vollen Stellen nur, wenn alle an einem Strang ziehen“, weiß Strempel und fügt hinzu: „Das Kulturzentrum spielt eine zentrale Rolle in Stadthagen.“ Nach und nach seien viele neue Formate und Arbeitsfelder entwickelt worden. Und auch die Nachfolgerwahl sei mit Blick auf Entwicklungspotenziale erfolgt: So soll etwa der Bereich Musik weiterentwickelt werden.

In diesem Punkt verfügt Oldewage, wie seine vergangenen Stationen zeigen, über einiges Know-how. Mit seiner Erfahrung im IT-Bereich wird der 36-Jährige außerdem der Homepage der Alten Polizei ein neues Aussehen verpassen. Der Wölpinghäuser ist dankbar für die lange Einarbeitungszeit, in der er Kooperationspartner treffen und Kontakte aufbauen kann. Er macht klar: „Ich gehe hier sehr behutsam und mit Fingerspitzengefühl ran.“

Schon dabei war Oldewage am Sonntag beim Fiskuß. „Ich muss zugeben, dass ich zum ersten Mal dort war.“ Er sei von der Atmosphäre sehr begeistert gewesen. Nächstes Jahr wird er dann nicht mehr nur Besucher sein.




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