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Knotenpunkt Habichhorster Straße/Am Krankenhaus: Experten raten von Kreisverkehr ab

Geplante Kreuzung soll Ampel erhalten

STADTHAGEN. Die Stadtverwaltung schlägt vor, die geplante Kreuzung an der Habichhorster Straße mit den Straßen Am Krankenhaus und An der Sandkuhle auf jeden Fall mit einer Ampelanlage zu versehen. Das geht aus einer Vorlage zur Änderung des Bebauungsplans „Hinter der Burg“ hervor, mit der vor allem das frühere Krankenhausareal überplant werden soll, um dort neue Nutzungen zu ermöglichen

veröffentlicht am 15.06.2018 um 15:41 Uhr

Diese ungünstig versetzte Einmündungssituation soll durch die Einrichtung einer Ampelkreuzung bereinigt werden. FOTO: RG

Autor:

Stefan Rothe
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. Das Thema wird in der kommenden Sitzung des Bauausschusses beraten.

Wie berichtet soll die Straße Am Krankenhaus so verschwenkt werden, dass sie direkt gegenüber der Straße An der Sandkuhle auf die Habichhorster Straße trifft. Damit soll die jetzige, sehr ungünstige Situation der leicht versetzten Einmündungen bereinigt werden. Zudem erfordert die hohe Verkehrsbelastung nach Überzeugung der Verwaltung die Einrichtung eines Linksabbiegerstreifens stadtauswärts auf der Habichhorster Straße in Richtung der Straße Am Krankenhaus.

Die Verwaltung verweist zur Begründung der in der Politik durchaus umstrittenen Ampelanlage auf ein Verkehrsgutachten des Fachbüros Zacharias (Hannover). Dieses rate von einer Kreuzung ohne Ampel ab, „weil die Einbiegevorgänge aus der Straße An der Sandkuhle nach links in die Habichhorster Straße problematisch wären“.

Das Büro rate dort weiterhin von einem Kreisel ab, weil die Habichhorster Straße „bezogen auf die Verkehrsströme stark dominierend ist“, was für das Funktionieren von Kreiseln als ungünstig gilt. Auch ein sogenannter „Minikreisel“ mit überfahrbarer Mittelinsel wäre nach Einschätzung der Experten nicht zielführend, weil zu befürchten wäre, „dass dieser Kreisel wie eine normale Kreuzung befahren würde“.

Die Verwaltung fügt hinzu, dass für die Einrichtung eines Kreisels „erheblich in die anliegenden Grundstücke eingegriffen werden müsste. Insbesondere der Erwerb des bebauten Grundstücks Habichhorster Straße/An der Sandkuhle „wäre voraussichtlich schwer umsetzbar“.

Nach gutachterlicher Überprüfung Abstand genommen hat die Stadtverwaltung von dem ursprünglichen Plan, den Ostring über das Krankenhausareal und vorbei an der Schule Am Schlosspark mit der Schulstraße zu verbinden. Begründung der Experten: Die Schulstraße ist für ein erhöhtes Verkehrsaufkommen nicht geeignet. Außerdem käme es an der Schule zu deutlich mehr Verkehr, was nicht wünschenswert sei. Baurechtlich abgesichert werden sollen durch die Änderung des B-Plans aber die Geh- und Radwegeverbindungen zwischen Ostring und Krankenhausareal sowie zwischen diesem und der Wallanlage. Dasselbe gilt für eine dringend erforderliche Wendeanlage am nördlichen Ende der Straße Am Krankenhaus.

Weitere wichtige Aspekte der Änderung des B-Plans: Im Bereich der Krankenhausgebäude wird ein Sondergebiet mit der Zweckbestimmung „Medizinische Dienstleistungen und Verwaltung“ festgesetzt, um den Fortbestand und die weitere Etablierung von Arztpraxen und den Einzug von Teilen der Kreisverwaltung zu ermöglichen.

Das Gelände des Kreisaltenzentrums wird neu als allgemeines Wohngebiet ausgewiesen. Dadurch kann die Senioreneinrichtung laut Vorlage „wesentlich flexibler auf die sich ausdifferenzierende Nachfrage nach verschiedenen Wohnformen reagieren“ als es im bisherigen B-Plan möglich war. Gemeint sind damit zum Beispiel die im Bau befindlichen Wohnungen mit Betreuungsmöglichkeiten. Nicht nur aber vor allem wegen der großen Bedeutung für Fledermäuse und einige Brutvogelarten wird im südwestlichen Teil des Areals eine Fläche zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Natur und Landschaft festgelegt.


Termin: Die nächste öffentliche Sitzung des Planungs- und Bauausschusses ist am Dienstag, 19. Juni, 17 Uhr im dritten Obergeschoss des Rathauses.




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