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Entdeckertag in der Region

Große Resonanz auf Tag des offenen Denkmals

STADTHAGEN. Der Tag des offenen Denkmals mit 33 Zielen und der gleichzeitig stattfindende Großraumentdeckertag sind in Stadthagen und in der Samtgemeinde Lindhorst auf große Resonanz gestoßen.

veröffentlicht am 10.09.2018 um 17:50 Uhr

Martha Heyenbreck bestaunt die jüngere Glocke in der Heuerßer Kirche.

Autor:

vera skamira

Im Lustschlösschen im Schlosspark haben schon am frühen Sonntagnachmittag 400 Besucher vorbeigeschaut und sich über den Restaurierungsfortschritt informiert. Beim Modelleisenbahnclub Stadthagen (MEC) im Umspannwerk war die große Anlage laufend dicht von Besuchern umringt.

Auch Gäste, die aus Hannover anreisten, konnten die Anlage am Georgschacht 10 problemlos erreichen. Der Verein Schaumburger Land Tourismusmarketing hatte einen Shuttle-Service vom Bahnhof zum MEC und in die Stadt eingerichtet.

Wie mag es wohl in dem halbrunden niedrigen Turm am Eberhard-von-Breitenbuch-Platz aussehen? Das wusste bislang kaum jemand. Jetzt war der Stadtturm erstmals an einem Denkmaltag geöffnet. In Trauben drängten sich die Besucher um Margarete Sturm-Heumann, die den Bau ein ums andere Mal erläuterte.

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Die Modellanlage des MEC im Umspannwerk zieht alle Blicke auf sich. Fotos: sk
  • Die Modellanlage des MEC im Umspannwerk zieht alle Blicke auf sich. Fotos: sk
Erstmals kann in den halbrunden Stadtturm hineingeschaut werden.
  • Erstmals kann in den halbrunden Stadtturm hineingeschaut werden.

Der Turm gehörte ab dem 14. Jahrhundert zur Wehranlage der Stadt. Als später Kanonen als Kriegsgerät benutzt wurden, wurde die Anlage nutzlos. Der Turm, der einst die Höhe des Wehrturms am Viehmarkt hatte, wurde abgetragen und erhielt ein neues Dach. 1760 beherbergte er das Amtsgefängnis und trug die Bezeichnung Hundeloch. Hundert Jahre später wurde in dem Gemäuer Eis gelagert, in Stroh gehüllt herangekarrt vom winterlichen Steinhuder Meer und gebraucht für die feine Küche im Schloss. Heute ist der Inhalt profaner: Wer in den Turm hineinschaute, sah Säcke mit Streumaterial, gelagert für die Wege um das Finanzamt.

Über schmale Stiegen sind die Glocken in der Heuerßer Kirche St. Jürgen zu erreichen, erbaut um 1200. Dass beide Glocken, die eine aus dem Jahr 1506, die jüngere 1701 gegossen, noch über Dorf und Land schallen, ist zum einen einer Glocken-Restaurierung im Jahr 2010 zu verdanken – zum anderen mutigen Heuerßern im Zweiten Weltkrieg. Die Dörfler holten sich die ältere Glocke zurück, die bereits auf dem Weg zum Einschmelzen war, berichtete Gemeindekirchenratsmitglied Heike Werner.




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