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Forderung nach sofortiger Stilllegung

Grüne wollen Grohnde-Resolution

veröffentlicht am 01.07.2018 um 17:09 Uhr

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STADTHAGEN. Die grüne Ratsfraktion hat die Verabschiedung einer „Resolution zur sofortigen Stilllegung des Atomkraftwerks Grohnde“ durch den Rat beantragt. Dieser Antrag wurde vom Verwaltungsausschuss zur Beratung in den Umweltausschuss verwiesen, sodass der Tagesordnungspunkt bei der letzten Sitzung des Rates vor der Sommerpause abgesetzt wurde. Der Umweltausschuss tagt erst im Herbst wieder.

Laut Antrag der Grünen soll der Rat in der Resolution die Umweltministerien des Landes und des Bundes auffordern, „sich aus Sicherheitsgründen vor dem im Atomgesetz festgesetzten Laufzeitende für eine sofortige und unwiderrufliche Stilllegung des Atomkraftwerks Grohnde einzusetzen“.

Das Atomkraftwerk Grohnde, das nur 35 Kilometer von Stadthagen entfernt an der Weser liegt, sei „eines der störanfälligsten in Deutschland“, heißt es in dem Antrag der Grünen zur Begründung. Insbesondere in den vergangenen vier Jahren seien „Anzahl und Ausmaß der aufgetretenen Defekte besorgniserregend groß“ gewesen. Zudem sei das Atomkraftwerk Grohnde durch Cyber-Attacken bedroht, „auf die es alleine durch sein Alter und seine Struktur nicht vorbereitet ist“.

Dies alles mache deutlich, „dass hier massive Alterungsprobleme in einer Anlage vorliegen, die seit nunmehr fast 34 Jahren überwiegend im Volllastbetrieb arbeitet und nach dem ursprünglichen Ausstiegsgesetz bereits am 1. Februar 2017 hätte stillgelegt werden müssen“, so die Grünen in ihrer Antragsbegründung weiter. Die Störfälle zeigten zugleich auch, dass der Betrieb an der oberen Leistungsgrenze immer mit unentdeckten Schäden verbunden sein könne. Würde Grohnde noch bis Ende 2021 laufen, wie vom Atomgesetz vorgesehen, seien dafür noch 140 Brennelemente erforderlich. „Eine vorzeitige Stilllegung würde die anfallende Atommüllmenge also deutlich reduzieren und die Entsorgungskosten mindern“, argumentieren die Grünen.ssr




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