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Betreiber: Keine Gefahr

Krebsangst wegen Funkantenne: Frau bittet Stadt um Prüfung

STADTHAGEN. Der bisher schnellste Mobilfunkstandard 5G gilt als Schlüsseltechnologie. Aber: Viele fürchten sich vor Krebs durch Strahlung, einige Mediziner fordern mehr Forschung zum Thema. Auch in Stadthagen treibt die Sorge um die Gesundheit einige Bürger um – eine Frau hat jetzt Hilfe bei der Politik gesucht.

veröffentlicht am 07.06.2019 um 07:00 Uhr

Der bisher schnellste Mobilfunkstandard 5G gilt als Schlüsseltechnologie. Aber: Viele fürchten sich vor Krebs durch Strahlung. Symbolbild: dpa

Autor:

Jan-Christoph Prüfer
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Die Stadthägerin (Name der Redaktion bekannt) lebt in einem Mehrparteienhaus am Striegauer Weg. Auf dessen Dach hat die Telefónica Deutschland (O2) eine Antenne installiert. Die Anwohnerin fürchtet die davon ausgehende Strahlung. Also bat sie SPD und die Wählerinitiative WIR um Hilfe.

Vertreter beider Parteien verlangten im Rathaus eine Prüfung. Die Stadt allerdings hat damit nur bedingt zu tun. Die Antenne ist zwar anzeige-, aber nicht genehmigungspflichtig, teilt Sprecherin Bettina Burger mit.

Angezeigt habe Telefónica die Antenne ordnungsgemäß. „Strahlungstechnisch besteht eine Selbstverpflichtung der Betreiber“, sagt Burger. Diese besage, dass die Grenzwerte unter Selbstkontrolle eingehalten werden.

Von Telefónica heißt es, jede Anlage werde von der Bundesnetzagentur geprüft und genehmigt. Und: „Nach aktuellem Stand der Wissenschaft geht somit von keiner unserer Mobilfunkanlagen eine Gefahr aus.“ Teile von Stadthagen würden von der Anlage mit GSM, LTE sowie 3 und 4G versorgt – nicht, wie von der Stadthägerin aus dem Mietshaus befürchtet, 5G, „da die dafür nötigen Frequenzen aktuell versteigert werden“.

Zur 5G-Technologie forderten um den Jahreswechsel mehr als 230 Ärzte und Wissenschaftler ein Moratorium. Die gesundheitlichen Folgen seien nicht hinreichend untersucht. Eine flächendeckende Einführung des Standards soll 2020 erfolgen.

Viele Wissenschaftler halten es zumindest für sehr unwahrscheinlich, dass Mobilfunkstrahlung Krebs verursacht. Experte Gilbert Hangel sagt zur Sorge von Bürgern mit Antenne auf dem Dach: „Die Strahlung, die vom Handy selbst ausgeht, ist viel stärker.“ Hangel hat Technische Physik studiert und an der Medizinischen Universität Wien promoviert.

Bei der Vielzahl möglicher Einflüsse sei es schwer, zu sagen, was genau einen Tumor ausgelöst hat. Die „überwältigende Mehrheit“ der zum Thema erschienenen Studien sehe aber keinen Zusammenhang zwischen Mobil-Strahlung und Krebs. Und, so Hangel: Nach zwei Jahrzehnten Handynutzung müssten sich Effekte allmählich in den Zahlen niederschlagen. Tatsächlich sänken die allgemeinen Krebsraten aber leicht.

Da unwahrscheinlich nicht ausgeschlossen bedeutet, gibt das Bundesamt für Strahlenschutz Tipps, wie jeder sein persönliches Risiko minimieren kann. Nutzer sollen das Handy so häufig wie möglich ausschalten, vor dem Schlafengehen den Flugmodus einschalten und das Gerät möglichst weit weg vom Körper tragen.




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