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Bewährung – aber nur haarscharf

Nach Reihe von Einbrüchen: Serientäter machen weiter

STADTHAGEN. Sie sind wieder da. Zwei 24 Jahre alte Stadthäger, die das Amtsgericht 2015 wegen einer Serie von Einbrüchen zu Freiheitsstrafen verurteilt hatte, haben jetzt erneut auf der Anklagebank gesessen. Es ging um drei Diebstähle aus Einkaufsmärkten.

veröffentlicht am 10.09.2018 um 17:54 Uhr

Zwei 24 Jahre alte Stadthäger, die das Amtsgericht 2015 wegen einer Serie von Einbrüchen zu Freiheitsstrafen verurteilt hatte, haben jetzt erneut auf der Anklagebank gesessen. Symbolbild: dpa
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STADTHAGEN. Sie sind wieder da. Zwei 24 Jahre alte Stadthäger, die das Amtsgericht 2015 wegen einer Serie von Einbrüchen zu Freiheitsstrafen verurteilt hatte (wir berichteten), haben jetzt erneut auf der Anklagebank gesessen. Es ging um drei Diebstähle aus Einkaufsmärkten.

Beide Männer kamen mit Bewährungsstrafen davon, einmal zehn, einmal sechs Monate. Einer von ihnen stand zur Tatzeit bereits unter Bewährung, der andere war erst einen Monat zuvor nach mehreren Jahren in Haft aus dem Gefängnis entlassen worden. „Warum haben Sie trotzdem weitergemacht?“, fragte Richter Kai Oliver Stumpe. „Ich weiß auch nicht, wie es dazu gekommen ist“, antwortete einer der Angeklagten.

Im ersten Fall hatten die Täter während der Geschäftszeit einen Sonderpostenmarkt in Stadthagen betreten und Waren für mehr als 100 Euro im Außenbereich versteckt. Nachts kehrten sie zurück, um über den Zaun zu klettern und die Sachen abzuholen.

Auf einem benachbarten Firmengelände, das die Männer ebenfalls betreten hatten, schlug die Alarmanlage an. Als die Polizei kam, warfen sie ihre Beute weg, die später aber auf dem Grundstück gefunden wurde. Juristisch wird die Tat wegen der Kletterpartie über den Zaun als besonders schwerer Fall des Diebstahls eingestuft. Die Tatzeit: Juni 2017.

Ohne seinen Komplizen ließ einer der beiden Stadthäger einige Wochen danach aus einem Baumarkt zwei Trennscheiben für zusammen 40 Euro mitgehen. Ebenfalls allein beging er später noch einen Ladendiebstahl. Die Beute: fünf Flaschen Schnaps.

Leicht hat sich das dreiköpfige Schöffengericht die Entscheidung, ob die Männer Bewährung bekommen sollen, nicht gemacht. „Es war haarscharf“, so Richter Stumpe. „Das Gericht hat lange beraten.“ Im Fall des 24-Jährigen, der kurz vor den Diebstählen aus dem Gefängnis gekommen war, leitete das Gericht die positive Sozialprognose vor allem daraus ab, dass der Stadthäger gute Aussichten hat, eine hinter Gittern begonnene Ausbildung in Freiheit zu beenden. Außerdem ist er seit einem Jahr nicht mehr straffällig geworden.

Sein Komplize sitzt seit Juni wegen der im Jahr 2013 begangenen Einbrüche in Haft. Weil der Stadthäger Bewährungsauflagen nicht erfüllt hat, muss er die 20-monatige Strafe nun doch noch verbüßen. Richter Stumpe geht davon aus, dass der 24-Jährige davon „ausreichend beeindruckt“ sein werde, sodass die Vollstreckung der jetzt verhängten Strafe (sechs Monate) ausgesetzt werden könne. Auf Bewährung plädierten nicht nur die Verteidiger Ralf Jordan und Lutz Klose, sondern auch Staatsanwältin Karin Dubben.

Für weit mehr Aufsehen als diese drei Diebstähle hatten die acht Einbrüche von 2013 gesorgt. Damals war noch ein dritter Täter dabei. Zweimal war die Grundschule Nienstädt das Ziel, wo den Männern jeweils ein Tresor mit Bargeld in die Hände fiel. Einen davon schmissen sie später leer in den Kanal.

Eingedrungen waren die Täter außerdem – in wechselnder Beteiligung – ins Kinocenter, die Duschräume im Jahnstadion, eine Stadthäger Gaststätte, die Vereinsheime von SV Union und TuS Fortuna Lauenhagen sowie das Lehrerzimmer der Hans-Christian-Andersen-Schule. ly




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