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Ehemaliger VW-Manager

Oliver S. wehrt sich gegen fristlose Kündigung von Volkswagen

STADTHAGEN. Das Gerichtsverfahren um die fristlose Kündigung von Volkswagen gegen den früheren Manager Oliver S. verzögert sich um mehrere Monate. S. wendet sich in dem Verfahren nicht nur gegen die Kündigung, sondern verlangt auch Bonuszahlungen und Schadensersatz.

veröffentlicht am 12.02.2019 um 13:01 Uhr

Der frühere VW-Manager Oliver S. wehrt sich gegen die fristlose Kündigung. Quelle: imago

STADTHAGEN. Das Gerichtsverfahren um die fristlose Kündigung von Volkswagen gegen den früheren Manager Oliver S. verzögert sich um mehrere Monate. Der ursprünglich vorgesehene Termin am 11. Februar sei auf Antrag von VW auf den 27. Mai verlegt worden, teilte das Arbeitsgericht in Braunschweig am Montag mit.

Den Antrag habe das Unternehmen damit begründet, dass der in den USA verurteilte gebürtige Stadthäger erst Ende der vierten Kalenderwoche einen umfangreichen neuen Schriftsatz eingereicht habe. Eine sachgerechte Vorbereitung und Erwiderung sei bis zum bislang geplanten Termin nicht möglich.

S. wendet sich in dem Verfahren nicht nur gegen die Kündigung, sondern verlangt auch rund 115.000 Euro an Bonuszahlungen sowie 333 000 Euro Schadenersatz wegen einer Geldstrafe, die er in den USA gezahlt hatte. Seine Entgegnung zu den Volkswagen-Vorwürfen: Er habe sich nur an die Anweisungen des Konzerns gehalten. Volkswagen indes fordert laut Arbeitsgericht mehr als eine Millionen Euro Schadenersatz von seinem ehemaligen Manager.

VW verlangt einen Teil der Kosten zurück

Bei VW sei man der Auffassung, ohne das Zutun seines Ex-Managers wären die Milliarden-Strafzahlungen in den USA nicht so hoch ausgefallen. Das Unternehmen verlange einen Teil der Kosten für strafrechtliche Unterstützung des Stadthägers in den USA zurück. Dafür hatte VW früheren Angaben zufolge etwa 3,9 Millionen Euro bezahlt. VW fordert noch von vier weiteren ehemaligen Managern Schadensersatz.

S. war Anfang Dezember 2017 aufgrund seiner Rolle im VW-Abgas-Skandal wegen Verschwörung zum Betrug und Verstoßes gegen Umweltgesetze zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er hatte sich nach einem Deal mit der US-Staatsanwaltschaft im August schuldig bekannt.

Der Ex-Manager war 20 Jahre für den Konzern tätig und von März 2012 bis Februar 2015 in den USA dafür zuständig, Zulassungsfragen mit den dortigen Umweltbehörden zu regeln. Während eines Urlaubs war S. in Florida verhaftet worden. Er wird den Rechtsstreit von seinem Gefängnis in der Nähe von Detroit aus verfolgen müssen. Dort sitzt er seine Haftstrafe ab. Bemühungen seines Anwalts, S. nach Deutschland überstellen zu lassen, waren bisher fruchtlos. dpa




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