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Verurteilter ehemaliger VW-Manager hat Überstellung aus US-Haft beantragt

Oliver S. will zurück nach Deutschland

STADTHAGEN. Der ehemalige VW-Manager Oliver S. möchte zurück nach Deutschland. Wie der Spiegel berichtet, hat der wegen der Dieselaffäre in den USA inhaftierte Stadthäger die Überstellung beantragt.
Der 49-Jährige war im Dezember vergangenen Jahres von einem Gericht in Detroit wegen Betruges zu sieben Jahren Haft und einer Geldstrafe von 400 000 Dollar verurteilt worden.

veröffentlicht am 02.07.2018 um 17:42 Uhr

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Der Manager, der bis März 2015 in leitender VW-Funktion mit Umweltfragen in den USA betraut war, hatte im August 2017 eingeräumt, Teil einer Verschwörung zum Betrug und Verstoß gegen US-Umweltgesetze gewesen zu sein. Ob S. überstellt wird, ist offen.

Denn zunächst können geschädigte VW-Kunden zu seinem Gesuch Stellung nehmen. Laut Informationen des Spiegels lehnt die amerikanische Kanzlei Hausfeld, die VW-Käufer vertritt, eine Überstellung ab. Die Argumentation: Offenbar möchte Kanzleichef Michael Hausfeld den ehemaligen Manager zu Aussagen bewegen, die dafür sorgen könnten, dass die Geschädigten ihre Schadensersatzansprüche durchsetzen können.

Der Anwalt hatte im Mai die Gelegenheit bekommen, S. in der Haft zu der Dieselaffäre zu befragen – wohl mit wenig Erfolg. Der Stadthäger habe die Aussage auf fast jede inhaltliche Frage verweigert und sich dabei auf amerikanisches und deutsches Recht berufen. Hausfeld habe angekündigt, dagegen Beschwerde einlegen zu wollen.

VW hatte den Stadthäger, wie berichtet, am 19. Dezember fristlos gekündigt. Dagegen wehrte sich der ehemalige Mitarbeiter und klagte beim Arbeitsgericht Braunschweig. Nach Angaben seines Anwalts sei die Kündigung rechtswidrig, weil sich S. immer an Weisungen des Unternehmens gehalten habe. Wie im Februar bekannt wurde, wollen sich die Parteien außergerichtlich einigen.col




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