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Hilfsverband sitzt nach Bombendrohung auf Großhochzeit immer noch auf seinen Kosten

Polizei prüft DRK-Rechnung

STADTHAGEN. Nach der Räumung einer Großhochzeit in der Festhalle sitzt das Deutsche Rote Kreuz (DRK) immer noch auf den Kosten. Während der Landkreis die Rechnung mit dem Hinweis der Nicht-Zuständigkeit zurück an den Absender schickte, liegt diese nun bei der Polizei.

veröffentlicht am 04.07.2018 um 17:48 Uhr

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Autor:

Verena Gehring
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Wie bereits berichtet, mussten im April 900 Gäste einer türkischen Hochzeit nach einer Bombendrohung außerhalb der Festhalle versorgt werden. Die Einsatzkräfte eskortierten die Gesellschaft anschließend in die Kreissporthalle. Dort allerdings wurde aus einer kurzzeitigen Evakuierung ein Fortführen der Feier bis 2.30 Uhr. Unklar ist nur immer noch, wer für den entstandenen Schaden aufkommt.

Wolfgang Kanngießer, Leiter des Stadthäger Kommissariates, bestätigte den Rechnungseingang des DRK auf Anfrage. „Wir haben die Rechnung an unser Rechtsdezernat nach Göttingen geschickt.“Dort soll geklärt werden, ob die Polizei überhaupt zuständig ist.

Nach Angaben von Bernd Koller, Schaumburger DRK-Präsident, sind Kosten in Höhe von 1665 Euro offen. Darin enthalten sind die Ausgaben für Getränke und Toilettenpapier sowie der Aufwand des Hilfsverbandes. Das Brautpaar hat sich nach Angaben Kollers bereits mit 300 Euro beteiligt. Dennoch sind 1665 Euro noch nicht gedeckt.

Der Landkreis hatte vor Wochen die Rechnung des Kreisverbandes zurückgewiesen. Nach Angaben von Kreisdezernentin Andrea Stüdemann hat kein Katastrophenfall vorgelegen. Es sei klar eine Polizeilage gewesen.

Das sieht Kanngießer ebenfalls so. Doch die Frage ist, an welcher Stelle die Polizeiverantwortung endete. Denn die besagten Kosten entstanden nach der Evakuierung der Festhalle sowie nach der erfolgreichen Eskortierung der etwa 900 Gäste zur Kreissporthalle. „Es muss nun geklärt werden, wer durfte wo was entscheiden“, sagt Kanngießer. Das prüfen derzeit Landkreis, Polizei und Stadt. Wie berichtet, wollen die Beteiligten in einem Arbeitskreis die Defizite des Einsatzes aufarbeiten und für die Zukunft Einsatzszenarien erstellen.

Sollte das Rechtsdezernat zum Schluss kommen, dass die Polizei für die Kosten nicht aufkommen muss, geht die Rechnung wohl weiter an die Stadt Stadthagen. Doch vonseiten der Verwaltung war an besagtem Abend noch nicht einmal jemand vor Ort. Möglicherweise muss sie dennoch haften, da sich der Vorfall auf städtischem Gebiet zugetragen hat. Bleibt abzuwarten, wer am Ende für die DRK-Rechnung sowie weitere Kosten wie Hallenreinigung und Co. aufkommt.

Unterdessen ist die Polizei bei der Suche nach dem Bombendroher noch nicht weiter. Wie Kanngießer sagt, gebe es keine Hinweise auf den oder die Täter. Möglicherweise bleibt dieser Fall genauso wie die Bombendrohung bei einer kurdischen Hochzeit vor mehreren Jahren ungeklärt.




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