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Eifersucht als Motiv?

Prozessauftakt: Stadthäger soll Lebensgefährtin dreimal vergewaltigt und immer wieder geschlagen haben

STADTHAGEN/BÜCKEBURG. Eifersucht könnte das Motiv eines Stadthägers (25) gewesen sein, der dreimal seine Lebensgefährtin vergewaltigt haben soll. In einem Prozess, der jetzt vor dem Landgericht in Bückeburg begonnen hat, legt Staatsanwältin Karin Dubben dem Angeklagten Oktay A. insgesamt 16 Straftaten zur Last, darunter auch gefährliche Körperverletzung, Nötigung, Beleidigung und Sachbeschädigung.

veröffentlicht am 19.08.2020 um 23:30 Uhr

Zu den Vorwürfen schweigt der 25-Jährige – sein gutes Recht. Die Frau tritt vor Gericht als Nebenklägerin auf. Beim Prozessauftakt hat sie unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgesagt, nachdem ihr Rechtsanwalt Dietmar Weyland dies zum Schutz der Privatsphäre seiner Mandantin beantragt hatte. Details der Vernehmung wurden nicht bekannt.

Am schwersten wiegen die Vorwürfe der Vergewaltigung. Einmal soll der Stadthäger seine damalige Lebensgefährtin gezwungen haben, ihn nach einem Streit „als Entschuldigung“ oral zu befriedigen. In einem anderen Fall wirft die Anklage ihm vor, er habe „kontrollieren“ wollen, ob die Frau ihm untreu gewesen sei. Während einer mutmaßlich dritten Vergewaltigung, ebenfalls in der Wohnung des Mannes, soll dieser der Frau den Mund zugehalten haben.

Hinzu kommen weitere Vorwürfe, eingestuft als Körperverletzung. So soll der Mann seine Lebensgefährtin nach einem Streit an den Haaren zurück in die Wohnung gezogen haben. Dann wieder, so heißt es sinngemäß in der Anklageschrift, sei die Frau geschlagen worden, nachdem sie berichtet hatte, dass ein anderer Mann sie angesprochen habe.

In einem anderen Fall soll das mutmaßliche Opfer mit einem Ledergürtel geschlagen und ins Bein gebissen worden sein. Dann wieder soll der Stadthäger die Frau sofort nach dem Aufwachen unvermittelt ins Gesicht geschlagen haben, weil er geträumt habe, dass sie fremdgegangen sei. Und dies ist nur ein Teil der Vorwürfe, um die es vor Gericht geht. Der Angeklagte und seine damalige Lebensgefährtin waren knapp fünf Monate lang ein Paar.

Mit dem Gesetz ist der Stadthäger bereits mehrfach in Konflikt geraten. Im Vorfeld des Prozesses hatte er in anderer Sache eine Haftstrafe verbüßt.Bevor Oktay A. ins Gefängnis gegangen ist, soll er der Frau gedroht haben, ihr das Leben zur Hölle zu machen, falls sie gegen ihn aussage.

In einem der 16 Fälle soll eine andere Freundin des Mannes, mit der er 2016 liiert war, das Opfer gewesen sein. Laut Anklage hat er diese Frau in deren Wohnung mit der Faust geschlagen.

Der Angeklagte sitzt zurzeit in Untersuchungshaft. Im Fall eines Schuldspruchs droht ihm eine mehrjährige Haftstrafe. Richter Peter Rohde, Vorsitzender der 1. Großen Strafkammer, hat fünf Sitzungstage anberaumt, neun Zeugen und ein Sachverständigen geladen. Der Gutachter soll die Schuldfähigkeit des Angeklagten beurteilen. Die Urteilsverkündung ist für Dienstag, 1. September, geplant. ly




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