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Mehrheitsgruppe im Stadthäger Rat will Schließung des Freibads bis 2014 / „Attraktives Sommerangebot“ vorgeschlagen

SPD/FDP: Kasse klamm – Keine Welle mehr machen

Stadthagen (ssr). Es soll keine Welle mehr gemacht werden: Die SPD/FDP-Gruppe im Rat unterstützt den Plan von Verwaltungschef Bernd Hellmann (SPD), das Wellenfreibad am „Tropicana“ bis zum Jahr 2014 nicht mehr zu öffnen. Dazu zwängen sowohl die klamme Stadtkasse als auch fachliche Gründe. „Es geht nicht mit einem einfachen ,Weiter so‘“, argumentierte Gruppenchef Karsten Becker in einer Presseerklärung nach Abschluss der SPD/FDP-Etatklausur.

veröffentlicht am 05.02.2011 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:22 Uhr

Das Außenbecken ist abgängig und soll nach den Plänen von SPD und FDP etwa 2014 durch ein neues ersetzt werden.  Foto: rg

Maßgeblich für die Entscheidung seien vor allem die Instandsetzungskosten, die erforderlich wären, um das in die Jahre gekommene Wellenfreibad überhaupt wieder mit sicherem Betrieb öffnen zu können, schreibt Becker. Laut Geschäftsführung der Wirtschaftsbetriebe müssten für die Reparatur von Fliesenschäden und Instandsetzungsarbeiten an der Wassertechnik allein in diesem Jahr 60 000 Euro aufgewandt werden.

Diese Investitionen in die alte Badtechnik sind vor dem Hintergrund des erforderlichen Neubaus des Freibades nach Beckers Worten nicht zu rechtfertigen. „Jeder Euro, den wir jetzt in das abgängige alte Wellenbad stecken, hängt in wenigen Jahren an der Abrissbirne“, so Becker.

Darüber hinaus kämen die jährlichen Defizite aus den Betriebskosten in Höhe von 190 000 Euro hinzu. Zusammen mit den auch für die kommenden Jahre zu erwartenden Instandsetzungen ergäbe sich für den Weiterbetrieb des Freibades für die nächsten drei Jahre ein Zuschussbedarf von 750 000 Euro. Dieser Betrag stelle bereits die Hälfte der für ein neues Außenbad benötigten Investitionsmittel von 1,5 Millionen Euro dar. Denn spätestens 2014 soll nach dem Willen von SPD und FDP ein neues, deutlich wirtschaftlicher zu betreibendes Außenbecken errichtet werden.

Der Aufsichtsratschef der Wirtschaftsbetriebe, Jürgen Wehling (SPD), wies darauf hin, der Rat habe bereits vor einem Jahr eine Million Euro für ein neues Außenbecken bereitgestellt. Berechnungen ergäben, dass ein auf die „Tropicana“-Strukturen abgestimmtes Außenbecken, das den Erfordernissen von Familien und Schwimm-Vereinen deutlich besser entspreche, einen wirtschaftlicheren Betrieb ermögliche.

Wegen der Finanzausfälle seien diese Mittel jedoch zunächst zur Begrenzung des Haushaltsdefizits eingesetzt worden.

Mit dem ganzjährig geöffneten Hallenbad „Tropicana“ mit Cabrio-Dach stehe bis zum Freibad-Neubau eine dem „typisch norddeutschen, wechselhaften Wetter angemessene Alternative zur Verfügung“, tröstet Becker.

Um die Attraktivität in der Übergangszeit zu verbessern, soll das Außengelände gestalterisch aufgewertet und mit weiteren Spiel- und Sportmöglichkeiten wie Beachvolleyball-Feldern ausgestattet werden.

Hintergrund für die mehrjährige Schließung des Außenbeckens sei die prekäre finanzielle Lage der Stadt: Die erdrutschartigen Einnahmeverluste von allein sieben Millionen Euro bei der Gewerbesteuer und ein weiteres Minus bei den Landeszuweisungen führen im Etat 2011 zu einem Defizit von 2,6 Millionen Euro.




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