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Stadt muss Reparaturkosten ausgleichen

Tropicana-Schließung kostet eine Million

STADTHAGEN. Auf insgesamt rund eine Million Euro belaufen sich die Umsatzverluste und die Reparaturkosten des Tropicana in der Zeit der Schließung in der ersten Jahreshälfte. Das hat Stadtkämmerer Jörg Schädel im Finanzausschuss des Rates mitgeteilt.

veröffentlicht am 28.08.2018 um 12:54 Uhr

Autor:

Stefan Rothe
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Diesen Verlust können die stadteigenen Wirtschaftsbetriebe nicht selbst tragen, er wird mit Steuergeld aus der Stadtkasse ausgeglichen werden müssen. Abmildernd dürfte sich auswirken, dass eine Versicherung für einige der reparierten Schäden aufkommt. Nach Angaben von Schädel könnte es im besten Fall um bis zu 400 000 Euro gehen.

Bei dem Minusbetrag von einer Million handelt es sich nach Auskunft von Jens Schmücking, dem Geschäftsführer der Wirtschaftsbetriebe, um eine Netto-Summe. Demnach belaufen sich die Kosten für die umfangreichen Reparaturen und die Revision nach aktuellem Kenntnisstand – einige Rechnungen stehen noch aus – auf 670 000 Euro. Dazu kommen Umsatzverluste in der Zeit der Schließung vom 5. März bis zum 24. Juli von insgesamt rund 650 000 Euro. Das macht zusammen 1,32 Millionen Euro.

Gegenzurechnen sind einige Einsparungen, denn in der Zeit der Schließung sind deutlich geringere Kosten für Strom, Energie, Wasser und auch für Personal angefallen. Diese Einsparungen summieren sich laut Schmücking auf etwa 320 000 Euro. Dadurch kommt man am Ende auf den genannten Verlust von einer Million Euro.

Wie Schmücking erläutert, befinden sich die Wirtschaftsbetriebe derzeit in Gesprächen mit einer Versicherung. Dass diese zumindest für einige der Schäden aufkommt, sei bereits signalisiert worden. „Ich hoffe, dass am Ende bis zu 400 000 Euro dabei herauskommen“, sagt der Geschäftsführer. „Aber das ist nur der denkbar beste Fall.“ Die Summe könne durchaus auch niedriger ausfallen. Je nachdem, wie die Zahlung der Versicherung ausfällt, müssen aus der Stadtkasse zwischen 600 000 und einer Million Euro als Verlustausgleich aufgewendet werden.

Dieser Betrag wird laut Schädel im Haushaltsjahr 2019 fällig, weil Verluste der Wirtschaftsbetriebe stets im Folgejahr von der Stadt ausgeglichen werden. Die genannte Summe kommt nach Angaben von Schädel auf den ohnehin regelmäßig anfallenden, sozusagen „normalen“ Verlustausgleich für die Wirtschaftsbetriebe obendrauf. Die Betriebe haben in den vergangenen Jahren jeweils ein Minus von fast zwei Millionen Euro gemacht. Insgesamt etwa eine Million Euro werden durch Beteiligungserträge der Wirtschaftsbetriebe an den Stadtwerken Schaumburg-Lippe und der Westfalen Weser Energie GmbH ausgeglichen. Bleibt pro Jahr in etwa ein Verlust von einer Million Euro, der aus dem städtischen Etat zu refinanzieren ist. Rechnet man den „normalen“ Verlust und den Sondereffekt durch die fünfmonatige Schließung zusammen, ergibt sich ein Betrag von rund zwei Millionen Euro, der im kommenden Jahr aus dem Stadtsäckel an die Wirtschaftsbetriebe fließen wird.

Diese Summe trägt laut Schädel erheblich dazu bei, dass für das Etatjahr 2019 derzeit mit einem Defizit von 500 000 Euro kalkuliert wird.




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