weather-image
26°
Hochzeit mit 900 Gästen geräumt

Unbekannter droht mit Bombe

STADTHAGEN. Polizei, Feuerwehr, Rettungskräfte, Spürhunde: Am Samstag kommt ein riesiges Aufgebot an Einsatzkräften mitten in Stadthagen zusammen. Der Grund: eine Bombendrohung gegen eine Hochzeitsgesellschaft. Die Polizei sucht fieberhaft weiter.

veröffentlicht am 15.04.2018 um 17:08 Uhr
aktualisiert am 15.04.2018 um 19:40 Uhr

Die Hochzeitsgesellschaft wartet vor der Festhalle auf weitere Instruktionen der Polizei. Die ist mit Sprengstoffspürhunden vor Ort. Die Evakuierung läuft besonnen ab. Foto: rg

Autor:

Verena Insinger

STADTHAGEN. Ein Großaufgebot von Polizei und Rettungskräften hat Sonnabend eine türkische Hochzeit in der Festhalle räumen müssen. Ein Unbekannter hatte angekündigt, im Gebäude eine Bombe deponiert zu haben. 900 Gäste mussten den Saal verlassen.

Bei dem Ehemann handelt es sich um den Kapitän der ersten Mannschaft des VfR Evesen, Burak Buruk. Für ihn und seine künftige Ehefrau Esra Mur sollte es der schönste Tag im Leben werden, Freunde und Verwandte aus dem gesamten Bundesgebiet und Ausland waren nach Stadthagen gereist.

Doch die Feier nahm um kurz nach 18 Uhr ein jähes Ende. Ein Unbekannter rief nach Polizeiangaben auf dem Kommissariat in Bad Nenndorf an und drohte, eine Bombe in der Halle platziert zu haben. Umgehend fuhren Einsatzkräfte an die Seilerstraße. Mit einem Megafon forderten die Beamten die Hochzeitsgesellschaft auf, die Räume zu verlassen. Währenddessen fuhren die Hundeführer mit ihren Sprengstoffspürhunden in Hannover und Göttingen los. Während der Einsatz lief, feierten die Gäste auf dem Festplatz weiter.

Die Hochzeitsgesellschaft feiert vor der Festhalle weiter. Foto: rg
Ein Großaufgebot an Polizei und Feuerwehr rückt am Samstag an, um die Festhalle in Stadthagen zu räumen und der Bombendrohung nachzugehen. Foto: sk
  • Ein Großaufgebot an Polizei und Feuerwehr rückt am Samstag an, um die Festhalle in Stadthagen zu räumen und der Bombendrohung nachzugehen. Foto: sk
Die Feuerwehr hatte einen Scheinwerfer aufgebaut, damit die Gäste um die Braut tanzen konnten.Foto: sk
  • Die Feuerwehr hatte einen Scheinwerfer aufgebaut, damit die Gäste um die Braut tanzen konnten.Foto: sk

Um 19.56 ging ein Anruf auf der Polizeiwache in Stadthagen ein. „Die Hurensöhne in der Festhalle werden alle in die Luft fliegen“, drohte der Anrufer nach Polizeiangaben dieses Mal. Da es sich um etwa 900 Personen handelte, die betreut werden mussten, rief die Leitstelle kurzerhand MANV (Massenanfall von Verletzten) aus. Rettungswagen, Streifenwagen und Feuerwehrfahrzeuge säumten die Seilerstraße sowie die Enzer Straße.

Da sich die Suche in der Festhalle hinzog und die Gesellschaft weiter gewachsen war, verlagerten die Veranstalter die Hochzeitsfeier in die Kreissporthalle – begleitet von Polizei sowie DRK.

Aufregung für die Einsatzkräfte gab es erneut um 21.20 Uhr. Nach Behördenangaben rief ein Unbekannter auf der Dienststelle in Bückeburg an. Dort kündigte der Unbekannte an, dass das Firat-Restaurant in der Hüttenstraße in Stadthagen in die Luft fliegt. Die Polizei räumte den Imbiss sowie die darüber liegenden Wohnungen. Da die Spürhunde noch vor Ort waren, wurden sie auch dort eingesetzt. In beiden Fällen fanden die Ermittler keine Sprengsätze.

Im Einsatz waren außer den Hundeführern aus Hannover und Göttingen Streifenwagenbesatzungen aus Stadthagen, Bückeburg, Bad Nenndorf, Rinteln, Stolzenau und Nienburg. Die Polizei ermittelt gegen unbekannt wegen Störung öffentlichen Friedens durch Androhung einer Straftat. Offenbar kamen die Anrufe aus unterschiedlichen Telefonzellen. Der Anrufer wählte nach Polizeiangaben nicht den Notruf, sondern steuerte die drei einzelnen Wachen gezielt an. Die Hintergründe der Tat sind noch völlig unklar.

Möglicherweise spielt auch dabei der Konflikt zwischen Türken und Kurden eine Rolle. Die Anspannung war erst bei der Demonstration am 9. Februar auf dem Marktplatz spürbar. Auch in diesem Fall gab es zuvor eine Drohung gegen die Veranstalter.

Hinweise zur Bombendrohung nimmt die Polizei unter (0 57 21) 4 00 40 entgegen.

Mehr Artikel zum Thema
Anzeige
Kommentare