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Neue Integrationsbeauftragte stellt sich vor / Bürgermeister: Thema jetzt angehen, statt später zu „reparieren“

Verknüpfen und Kosten sparen

STADTHAGEN. Nach langer politischer Debatte hat die neue Integrationsbeauftragte jetzt ihren Dienst für die Stadthäger Verwaltung angetreten. Gestern stellte sich Marlen Stryj vor und erläuterte, wie sie ihre Aufgabe angehen wird. Die wichtigste zeitnahe Maßnahme sei die Entwicklung eines Integrationskonzeptes, in das sie möglichst viele Akteure mit einbinden wolle, erklärte die 40-Jährige.

veröffentlicht am 26.07.2018 um 17:11 Uhr

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Autor:

Jennifer Minke
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Stryj ist Politikwissenschaftlerin und gelernte Mediengestalterin. Außerdem habe sie Erfahrungen im Konfliktmanagement gesammelt und bereits im Bereich der Flüchtlingsarbeit mitgewirkt – vor allem im hannoverschen Stadtteil Linden. Dort war sie vor einigen Jahren auch für die Partei Die Linke aktiv. Für Integration setze sie sich schon lange ein. Diese sei ihr ein persönliches Anliegen.

Bürgermeister Oliver Theiß zeigte sich erfreut, dass die Stadt nun über eine Ansprechpartnerin für Integration verfügt. „Der Bedarf ist definitiv da. Integration ist das wichtigste Thema unserer Zeit“, sagt Theiß. Diskussionen und Irritationen seien an der Tagesordnung. Auch für die Stadthäger Verwaltung sei es notwendig, eine Querschnittsstelle in den eigenen Reihen zu haben. Schließlich sei der Anteil an Geflüchteten in der Kreisstadt besonders hoch.

„Integration beginnt, sobald die Menschen hier bei uns sind“, sagt Theiß. Nach ersten organisatorischen Aufgaben, die die Unterbringung der Menschen beinhaltet hat, sei nun eine koordinierende Stelle nötig. Es gehe darum, Ehrenamt, Landkreis, Integrationsbeirat und Organisationen wie die Awo miteinander zu verknüpfen. Das habe bislang gefehlt. „Ich bin froh, dass wir die Stelle trotz knapper Kassen schaffen konnten“, sagt der Bürgermeister.

Sein Wunsch sei es, dass die neue Mitarbeiterin hilft, Kosten an anderen Punkten zu sparen. Theiß ist der Ansicht, die Integration müsse so früh wie möglich angegangen werden, „statt Reparaturen in der Zukunft“ zu tätigen. Zudem dürfe das Thema nicht allein auf den Schultern von Ehrenamtlichen liegen. Stattdessen müsse es professionelle Strukturen geben, die bei der Stadt angesiedelt sind.

„Ein Teil meiner Arbeit wird sicher auch darin bestehen, mögliche Fördermittel einzuholen und ein Netzwerk aufzubauen“, gibt Stryj einen Ausblick. 25 Stunden in der Woche wird sie sich ihren Aufgaben widmen. Ursprünglich hatte die Verwaltung, wie berichtet, eine Vollzeitstelle vorgesehen, doch die Politik hatte diese aufgrund der Kosten von 69 000 Euro abgelehnt. Mit dem Kompromiss von 25 Stunden, der die Stadt 43 000 Euro kostet, kann die Verwaltung Theiß zufolge gut leben. Ob die Debatten, die darüber geführt wurden, mit einem Jahr zu lange gedauert hätten, wollte der Bürgermeister gestern nicht kommentieren. Er wolle nach vorn blicken.

Kontakt: Marlen Stryj ist per E-Mail an m.stryj@stadthagen.de erreichbar.




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