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Besuch im Stadthäger Tierheim

Verwahrloste Katzen und Hunde werden hier aufgepäppelt

STADTHAGEN. Verwahrlost, ausgehungert, krank und bis auf die Knochen abgemagert – dieses Schicksal teilen nicht nur die Katzen, die vor einer Woche aus einer Wohnung in Helpsen befreit wurden (wir berichteten). Vier von ihnen wurden im Bückeburger Tierheim untergebracht, weitere vier in Stadthagen. Ein Besuch:

veröffentlicht am 06.06.2019 um 16:40 Uhr

Kerstin Kassner hat den ausgemergelten verwahrlosten Kater mittlerweile wieder aufgepäppelt. Foto: rg

Autor:

Tina Bonfert
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STADTHAGEN. Verwahrlost, ausgehungert, krank und bis auf die Knochen abgemagert – dieses Schicksal teilen nicht nur die Katzen, die vor einer Woche aus einer Wohnung in Helpsen befreit wurden (wir berichteten). Vier von ihnen wurden im Bückeburger Tierheim untergebracht, weitere vier in Stadthagen. Dort werden sie wie etliche Leidensgenossen von Kerstin Kassner und ihrer Kollegin aufgepäppelt.

„Die Menschen verrohen immer mehr“, so der Eindruck der Tierheimleiterin. Immer wieder müssen Kassner und ihre Mitstreiter verwahrloste Tiere aufnehmen. Derzeit sind etwa 40 Tiere (Katzen und Hunde) im Tierheim an der Herminenstraße zuhause. Der Katzenfund in der Wohnung in Helpsen hatte Kassner zufolge, die wie ihre Kollegin aus Bückeburg vor Ort gewesen ist, aber schon eine andere Dimension: „Ich mache das schon viele Jahre, aber das konnte ich kaum ertragen.“ Sowohl den drei Kätzchen und dem Kater als auch der Tierheimleiterin geht es mittlerweile wieder besser. „Sie freuen sich über ein sauberes Klo und Futter – ich könnte den Napf ständig auffüllen“, so Kassner. Die Tiere haben sich gut erholt, sind aber immer noch recht scheu und sehr klein für ihr Alter, erklärt die Expertin.

Die Quarantänestation, auf der die Tiere derzeit noch untergebracht sind, teilen sie sich mit weiteren Fundkatzen. Vor allem aus Sachsenhagen kämen immer wieder Fundkatzen, weil es dort im Gegensatz zu den anderen Nachbargemeinden noch keine Kastrationsverordnung gäbe, bedauert Kassner.

2 Bilder
Auch Balu und die im Februar im Auetal beschlagnahmten Hunde (letztes Bild) sind wohlauf. Fotos: rg

Ein schlimmes Schicksal musste aber auch Balu erdulden. Der Hund war Kassner zufolge nach zwölf Jahren Gefangenschaft auf einem Dachboden weggelaufen. Mit Wunden übersäht, kaputten Zähnen und eingewachsenen Krallen wurde er ins Tierheim gebracht. Auf dem Rücken wird das Fell wohl nie wieder nachwachsen, aber jetzt bekommt der Schwerhörige Rüde regelmäßig Futter, hat genügend Auslauf und freut sich des Lebens.

Wenn sie an der Herminenstraße ankommen, werden die Tiere aber nicht nur wieder aufgepäppelt, sondern auch medizinisch versorgt. Ein Service, den man nicht immer erwarten könne – wie zum Beispiel bei den Spitzmischlingen, die im Februar nach einer Autopanne auf der A 2 im Auetal beschlagnahmt wurden. Wer solche Hunde kauft, glaubt, er hätte ein Schnäppchen gemacht, hat aber nachher einen Hund ohne Papiere, der ständig zum Tierarzt muss, warnt Kassner.

Sie selbst mache so etwas vor allem wütend. Angesichts des Leides, das die Tiere zum Teil erdulden mussten, sei sie misstrauisch geworden. „Wenn Katzen oder Hunde abgegeben werden, fragt man sich schon manchmal, ob es sich wirklich um Fundtiere handelt“, verrät sie. Seite 11




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