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Klimaschutz beginnt vor Ort: Arbeitsgruppe setzt sich mit Möglichkeiten in Bad Münder auseinander

11,3 Tonnen CO2 – die Bilanz für jeden Einwohner

Bad Münder (jhr). Das Ziel ist ehrgeizig, der Weg noch weit: Bad Münder will den CO2-Ausstoß reduzieren, beteiligt sich am Integrierten Klimaschutzkonzept für den Landkreis und seine Gemeinden und Städte. Ein erstes Treffen der kommunalen Arbeitsgruppe fand jetzt statt, die erste Bilanz sorgt für Ernüchterung: In vielen Bereichen liegen die münderschen Emissionswerte über dem Bundesschnitt.

veröffentlicht am 05.02.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 05.02.2010 um 10:30 Uhr

Helen Mädler von KoRiS – dem vom Landkreis mit der Erstellung des Integrierten Klimaschutzkonzeptes beauftragten Büro – stellte den Vertretern der Arbeitsgruppe die Ausgangslage vor. Demnach liegt der Energieverbrauch der Stadt mit 32 Megawattstunden pro Einwohner über dem Bundesdurchschnitt von 30 Megawattstunden. Entsprechend ist auch der errechnete CO2-Ausstoß höher: Jeder Einwohner verursacht durch seinen Energieverbrauch 11,3 Tonnen CO2 pro Jahr, der Bundesschnitt liegt bei 10 Tonnen. Verantwortlich dafür ist allerdings nicht der Umgang jedes einzelnen Münderaners mit Strom: „Der größte Anteil der Emissionen entfällt auf den Sektor Wirtschaft, was sich aus dem hohen Stromverbrauch der Betriebe ergibt – immerhin rund 75 Prozent“, erklärt Helen Mädler.

Über dem Bundesschnitt liegt die Stadt auch im Bereich Verkehr – trotz der guten ÖPNV-Anbindung, wie es im Rathaus heißt. Errechnet wird der Wert aus der Zahl der in der Stadt zugelassenen Autos, der CO2-Ausstoß liegt etwa 0,8 Tonnen über dem Durchschnitt.

Untersucht wurde auch der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung: Mit 5 Prozent hinkt die Stadt deutlich hinter dem Wert des Landkreises von 25,3 Prozent hinterher. In der Diskussion wiesen Mitglieder der Arbeitsgruppe – Fachleute aus den Bereichen Energie, Umwelt und Klimaschutz, die mit den lokalen Besonderheiten vertraut sind – auf die jüngsten Aktivitäten im Bereich erneuerbare Energien hin: So gibt es bereits mehrere Biogasanlagen, ein Solarverein engagiert sich ehrenamtlich für den Ausbau der Sonnenenergie-Nutzung. Die für die Untersuchung verwendeten Zahlen stammen aus dem Jahr 2007.

Deutlich wurde beim Treffen der Arbeitsgruppe auch, dass sehr wohl Verbesserungsmöglichkeiten im ÖPNV, bei Nahwärmenetzen und bei der Gebäudesanierung gesehen werden. Im Bereich der erneuerbaren Energien wurden vor allem die Potenziale der Sonnenenergie und der Holznutzung herausgestellt, deren Ausbau eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes bedeuten würde.

Das Integrierte Klimaschutzkonzept ist vom Landkreis initiiert worden. Ziel ist, langfristig den Energiebedarf für Strom und Wärme durch erneuerbare Energien zu decken. Bis zum Jahr 2020 soll der CO2-Ausstoß im Landkreis um 20 Prozent reduziert werden. Dies könne aber nur erreicht werden, wenn alle Kommunen mit gezielten Maßnahmen einen Beitrag dazu leisten. In der zweiten Runde der Kommunalen Arbeitsgruppen im Frühjahr 2010 wird über geeignete Maßnahmen genauer beraten.

Eine „Innovationswerkstatt“ bietet am 17. Februar um 18 Uhr in der KGS Salzhemmendorf Interessierten Gelegenheit sich an der Erarbeitung des Konzeptes zu beteiligen. Anmeldungen unter Tel. 0511/9357-150.




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