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Erster Preis für Christian Lange bei „Jugend forscht“ in Hannover / Jury: Technisch unglaublich eindrucksvoll umgesetzt

14-jähriger Tüftler erfindet Batterie-Sortierer – und siegt

Bückeburg. Im Regionalwettbewerb „Jugend forscht – Schüler experimentieren“ glänzt das Gymnasium Adolfinum erneut mit einem ersten Preisträger: Christian Lange (14) aus Bergdorf, Schüler der Klasse 8.1. „Christian hat einen Sortierautomaten für Batterien entwickelt – und die Jury in Hannover mit seiner Erfindung überzeugt“, freut sich Lehrer Martin Rüther, der den Bergdorfer betreut. Der hat sich damit für den Landeswettbewerb in Oldenburg qualifiziert. Peilt auch dort den Sieg und wenn’s klappt am Ende Ruhm und Ehre beim Bundesentscheid an.

veröffentlicht am 14.02.2010 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 07.11.2016 um 02:21 Uhr

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Wie Christian auf die Idee mit seinem Automaten gekommen ist, schildert er selbst so: „In der heutigen Zeit gibt es eine Vielzahl elektronischer Geräte, die mit Batterien betrieben werden. Um nicht den Überblick darüber zu verlieren, welche Batterien voll, halb voll oder leer sind und um die Umwelt und auch den Geldbeutel nicht unnötig zu belasten, habe ich eine Maschine entwickelt, die vollautomatisch Batterien nach Energiezustand, Form und Größe sortieren kann.“

Die Energiezustandsmessung funktioniert durch Messen der Spannung der Batterie in einem dafür konstruierten Stromkreis. Die Bestimmung der Größe erfolgt durch eine Wippe über einem Laufband, die von unterschiedlich großen Batterien unterschiedlich weit nach oben gedrückt wird, was von einem Robo-Interface mithilfe von Lichtschranken registriert wird. Die Ergebnisse aus beiden Untersuchungen werden beim Sortieren verwendet, um ein Sortierrad zu drehen, sodass die Batterie in das entsprechende Kästchen befördert wird. Der Tüftler: „Beim Bau der Maschine habe ich ganz besonders darauf geachtet, dass sie einfach zu bedienen ist und es möglichst keine Pannen während des Messens oder des Sortierens gibt.“

Die Jury ist begeistert: „In seiner Arbeit hat Christian Lange ein voll funktionsfähiges Modell zur Batterieenergiezustandsmessung und -sortierung entwickelt und konstruiert. In sehr kreativer Weise wurde mittels eines modularen Systems und einer versierten Programmierung ein sehr intelligenter Aufbau entwickelt, welcher zunächst die zylindrischen Monozellen von den anderen Batterietypen trennt. Im Anschluss daran wurden der Ladezustand und die Abmessung der Batterie ermittelt, um sie anschließend nach Ladezustand und Typ zu sortieren“, lobt Wettbewerbsleiter Ulrich Kirschner. Und ergänzt: „Sämtliche bei der Entwicklung des Systems auftretenden Fragestellungen wurden in unglaublich eindrucksvoller Weise technisch umgesetzt. Christian konnte zudem sehr überzeugend Erweiterungs- und Optimierungsmöglichkeiten aufzeigen.“ Ausgerichtet wurde der Regionalwettbewerb auch im 19. Jahr von der „Nexans Deutschland GmbH“, Partner von Jugend forscht.

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Buchgutschein vom Direx: „Jugend forscht“-Preisträger Christian Lange mit Schulleiter Hans-Ulrich Gosemann (r.) und dem Betreuer Martin Rüther.

„Christian“, sagt Rüther, „hat an dem Automaten seit September 2009 gearbeitet. Zwar ,nur’ nebenbei, aber die Sache war dennoch enorm zeitaufwendig.“ Seine erste Idee, einen Apfelschäler zu entwickeln, hatte der Bergdorfer schnell wieder verworfen. „Zu kompliziert“, befanden Schüler und Lehrer – und außerdem gibt’s so was schon.

Gefertigt hat Christian seinen Automaten zum Sortieren von Batterien zu etwa 80 Prozent aus „Fischer Technik“, aber: „Einige Teile wie einen Drehteller hat Fischer nicht im Programm, die hat Christian selbst akribisch von Hand gefertigt“, lobt Rüther seinen jungen Perfektionisten.

Einen Berufswunsch hat der 14-Jährige, der in Physik mit einer „eins“ im Zeugnis glänzt, im übrigen auch schon: „Ich möchte Ingenieur werden – oder Physiker“, sagt er. Klar, dass der Buchgutschein, den ihm Schulleiter Hans-Ulrich Gosemann überreicht hat, für den Kauf eines Fachbuches verwendet wird.

Am Adolfinum ist der Jungforscher mit seinem Talent übrigens in allerbester Gesellschaft, denn auch die Sieger des 44. Bundeswettbewerbs von „Jugend forscht“ kamen aus seiner Schule. Der mit 1000 Euro dotierte VDE-Sonderpreis für mikroelektronische Anwendungen ging 2009 an Henning Hartmann, Anna-Lena Kruse und Wiebke Später; das Trio kreierte damals einen „Chip für alle Fälle“ (wir berichteten).

Die besten Jungforscher der Regionalebene qualifizieren sich nun für die Landeswettbewerbe; derjenige für Niedersachsen findet vom 11. bis 13. März in Oldenburg statt. Den Abschluss der 45. Runde von Jugend forscht bildet der Bundeswettbewerb vom 13. bis 16. Mai 2010 in Essen – gemeinsam veranstaltet von der Stiftung Jugend forscht e. V. und der ThyssenKrupp AG als Bundespate.

Die Redaktion drückt Dir beide Daumen, Christian!




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