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Volker Eggers (DGB) fordert Sofortmaßnahmen für mehr Ausbildungsplätze in der Region

1700 junge Leute haben noch keine Lehrstelle

Weserbergland (TT). Die schlechte Situation auf dem hiesigen Ausbildungsmarkt - im Arbeitsagenturbezirk Hameln, zu dem auch der Landkreis Schaumburg gehört, suchen noch rund 1700 junge Menschen eine Lehrstelle - ruft den DGB auf den Plan: "Angesichts der wenig erfreulichen Zahlen" fordern die Gewerkschaften verstärkte Anstrengungen, den jungen Menschen einen Ausbildungsplatz und damit eine Perspektive zu bieten.

veröffentlicht am 09.08.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:26 Uhr

Im Vergleich zum Vorjahr stünden, so haben es die Gewerkschafter errechnet, "im Weserbergland etwa 13 Prozent weniger Ausbildungsstellen zur Verfügung - während die Bewerberzahl stabil geblieben ist". Zur Beseitigung des Ausbildungsplatzmangels fordert der DGB, "durch eine Kombination von Maßnahmen zur Stärkung der betrieblichen wie der außerbetrieblichen Ausbildung die absehbare Ausbildungsplatzlücke zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres im September" zu schließen. DGB-Regionssekretär Volker Eggers schlägt vor, "den aktuell im Haushalt der Bundesagentur für Arbeit und bei den Hartz-IV-Trägern vorhandenen finanziellen Spielraum zur Minderung der Ausbildungsplatznot zu nutzen. Insbesondere Altbewerber um einen Ausbildungsplatz drohen sonst dauerhaft ohne berufliche Ausbildung zu bleiben". Eggers' Vorstellungen zielen darauf, für 250 Altbewerber im Bereich der Arbeitsagentur Hameln außerbetriebliche Ausbildungsplätze zu schaffen, ausbildungswillige Unternehmen durch begleitende Hilfen zu fördern sowie regionale innovative Projekte zu unterstützen. Eggers macht sich vor allem Sorgen um jene, die ohne abgeschlossene Berufsausbildung auf dem Arbeitsmarkt keine Chancen haben. Im Westen Deutschlands betrifft dies rund 22 Prozent der Arbeitslosen. Vor diesem Hintergrund fordert der DGB eine Bildungs- und Ausbildungsoffensive. Diese sollte nach Auffassung von Eggers dabei ansetzen, den "Nachschub" an geringer Qualifizierten zu unterbinden: "Wenn neun Prozent eines Jahrgangs die Schule ohne Abschluss verlassen und 13 Prozent eines Jahrgangs dauerhaft ohne berufliche Ausbildung bleiben, kriegen wir das Problem nicht in den Griff." Der DGB sieht hier vor allem die Schulen und Betriebe in der Pflicht. Die Agentur für Arbeit unterfütterte auf Anfrage die schlechte Lage auf dem Ausbildungsmarkt mit Zahlen: Im Agenturbezirk Hameln - der von Rinteln bis Holzminden und von Springe bis Bad Pyrmont reicht - sind noch immer 1700 zumeist junge Leute auf der Suche nach einer Lehrstelle. Horst-Joachim Schwenke, Berufsberater für Abiturienten und Hochschüler bei der Arbeitsagentur, erklärte, dass den Bewerbern lediglich "einige hundert offene Stellen gegenüberstehen". Schwenke: "Seit dem Jahr 2004 gibt es ja den Ausbildungspakt, bis Ende September kann sich ja noch etwas tun. Dann aber gehen viele Lehrstellensuchende in berufsvorbereitende Maßnahmen." Diese befinden sich in der viel zitierten Drehtür und müssen dann im nächsten Jahr auf eine Lehrstelle hoffen. Das, was die Agentur in diesem Herbst noch anbietet, sind rund 50 überbetriebliche Ausbildungsplätze und rund 400 Plätze für ausbildungsbegleitende Hilfe. Kontakt: www.arbeitsagentur.de .




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