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Jahresbilanz der für die Landeskirche zuständigen Stelle – Sinn und Orientierung ein großes Thema

18 214 Mal greift die Telefonseelsorge zum Hörer

Bückeburg (rc). Die Telefonseelsorge Ostwestfalen hat im vergangenen Jahr 18 214 Anrufe entgegengenommen, aus denen 15 310 Gespräche entstanden. Dazu kommen verteilt über das ganze Jahr 72 Chatberatungen. Diese Zahlen nannte die Telefonseelsorge, die auch für das Gebiet der Landeskirche Schaumburg-Lippe zuständig ist: Anrufe aus der Landeskirche laufen in Bad Oeynhausen auf, wo die Telefonberatung ihr Büro hat.

veröffentlicht am 28.03.2010 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 21:21 Uhr

Bei den Anrufthemen hat sich mit knapp zehn Prozent das Thema Sinn/Orientierung im oberen Bereich mit steigender Tendenz etabliert. Diese starke Nachfrage lasse sich als ein guter Spiegel der gesellschaftlichen Verhältnisse und derzeitigen Veränderungen bewerten, zieht die Telefonseelsorge Bilanz. Einsamkeit (15 Prozent), Beziehungsprobleme (11 Prozent) und Krankheit (physisch wie psychisch, zusammen gut 18 Prozent) sind weiterhin die häufigsten Themen am Telefon.

Ein Bereich der Anrufstatistik wurde im Jahr 2009 besonders beachtet, da seit dem Sommer eine Kooperation mit dem Kreis Minden-Lübbecke besteht: Die Telefonseelsorge Ostwestfalen hatte sich den Schwerpunkt telefonische Begleitung in schwierigen Pflegesituationen gesetzt. Dafür wurden die Mitarbeitenden besonders geschult, bevor das Projekt im Juni 2009 offiziell gestartet wurde: Mit positiver Resonanz.

Doch es sei wünschenswert, dass noch mehr Anrufende davon erfahren, so der Trägerverein. „Es tut gut, auch und gerade in Pflegesituationen, mit Problemen nicht allein dazustehen, sondern sie zu teilen. Und wenn man sich scheut immer wieder davon innerhalb der Familie oder dem Bekanntenkreis zu erzählen, dann kann es gerade richtig sein, ein Angebot von außen anzunehmen und darüber zu sprechen.“

In den Chatberatungen ging es vor allem um Annahme und Bestätigung. Ratsuchende wollten mit den eigenen Fragen und Problemen vor allem ernst genommen werden, ohne gleich Ratschläge zu lesen. Am häufigsten kam in der Chatberatung das Thema „Depressionen und sonstige psychologische Erkrankung“ vor, gefolgt von den Themen Beziehung und Partnerschaft. Auch das Thema selbstverletzendes Verhalten spielte wieder eine größere Rolle.

Geprägt war die Arbeit 2009 zudem vom 25-jährigen Jubiläum der Stelle, für das ein Veranstaltungskonzept für das gesamte Jahr entwickelt worden war. Ziel war, mit verschiedenen Veranstaltungen auf die Menschen in der Region zuzugehen und die Telefonseelsorge als Hilfe-Einrichtung im Einzugsgebiet auf unterschiedliche Weise wahrnehmbar zu machen. Im Rückblick zeige sich, dass das Konzept aufgegangen ist. Die öffentlichen Veranstaltungen waren überaus gut besucht und eine Vernetzung in der Region sei an mehreren Stellen sowohl innerkirchlich als auch im psychosozialen Raum und auf kommunaler Ebene gelungen, so die Bilanz der Telefonseelsorge.

Im Jahr 2009 waren 72 Menschen in der Telefonseelsorge Ostwestfalen ehrenamtlich aktiv und teilten sich die Schichten am Telefon und im Chat. Zehn Menschen nahmen an der Ausbildung teil. Ein Team von drei Hauptamtlichen und acht Gruppenleitern sorgte für Ausbildung, Begleitung und die übrigen Aufgaben, die mit dem Angebot verbunden sind.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.Telefonseelsorge-Ostwestfalen.de.




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