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Familientag zum Abschluss der Wassermühlensanierung / Heimatverein Kleinenbremen lädt ein

200 Jahre jung: Leben in Mönkhoffs Mühle

Kleinenbremen (ly). Die Sanierung der Mönkhoffschen Wassermühle in Kleinenbremen ist so gut wie beendet. Damit die Bevölkerung sich ein Bild davon machen kann, lädt der Heimatverein für Sonntag, 22. August, zu einem Familientag ein.

veröffentlicht am 29.07.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 06.11.2016 um 07:21 Uhr

Projektleiter Walter Kunz verspricht eine Überraschung. Der Rest des Programms ist dagegen kein Geheimnis: Los geht’s um 10.30 Uhr mit einem Gottesdienst. Für Musik sorgt vor dem Mittagessen das Schaumburger „Melodien-Echo“, ein Mundharmonika-Ensemble. Später tritt der A-Cappella-Chor „Schallbonbons“ auf. Und von 15 Uhr an bis zum Ende der Veranstaltung gegen 18 Uhr spielt eine Hamelner Bigband.

Begonnen hatten die Arbeiten an der genau 200 Jahre alten Wassermühle Ende 2004. Saniert wurde sie in zwei Bauabschnitten. Im ersten, gefördert von der NRW-Stiftung sowie dem Bielefelder Amt für Agrarordnung, war die Außenhaut erhalten und renoviert worden. Jugendliche ohne Job konnten sich dadurch für den Arbeitsmarkt qualifizieren, nachdem der Heimatverein eine Kooperation mit der gemeinnützigen Beschäftigungsgesellschaft Euwatec eingegangen war.

Mit Geld aus dem EU-Förderprogramm „Leader plus“ nahmen die Lütgenbremer dann den zweiten Bauabschnitt in Angriff. Im Mittelpunkt stand der Ausbau von Müllerwohnung und Diele. Außerdem wurden Heizung, Toiletten, Dämmung und Elektroinstallationen eingebaut. Jetzt fehlt bloß noch die Deckenverkleidung, hier vielleicht eine Fußleiste, dort ein Klecks Farbe, dann ist die Energie- und Kulturwerkstatt fertig.

Als Leckerbissen für Fans gilt der mühlentechnische Teil. Seit Herbst ist dort eine überarbeitete Turbine eingebaut, die am Familientag laufen soll, allerdings nur zu Anschauungszwecken.

Mönkhoffs Mühle, 1810 erbaut und eine von einstmals sechs Kleinenbremer Wassermühlen, war bis 1961 in Betrieb. „Das Wasserrad wurde in den 1920er-Jahren gegen eine Turbine getauscht“, erzählt Walter Kunz. Der Müller hatte die Wahl zwischen drei Antriebsarten: Turbine, Elektro- oder Dieselmotor.

Das Dieseltriebwerk ist heute nicht mehr zu bewundern, weil davon nur das Fundament übrig war. Elektromotor und Mahlgang haben dagegen eine Inspektion hinter sich. Eine Schaumühle mit Turbine ist im Kreis Minden-Lübbecke einzigartig.

Ursprünglich sollte nur der mühlentechnische Teil erhalten werden. Zu Beginn der Arbeiten stellte sich dann heraus, dass hinter der schäbigen Eternit-Fassade schmuckes Fachwerk verborgen lag. Doppelt so viele Jahre wie die Mühle hat übrigens der Mönkhoff-Hof auf dem Buckel, zu dessen Ensemble das Kulturdenkmal gehört. Er ist eine der ältesten Siedlungsstätten Kleinenbremens, erstmals erwähnt 1608.

An dieser Stelle wird die Antriebswelle für den Mahlgang von der Waagerechten in die Senkrechte umgelenkt.

Fotos: ly




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