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Online-Auktion von Diebesgut wird Erfolg / Geld bleibt auf Sperrkonto

23 Aufsitzrasenmäher spülen 99 800 Euro in die Kasse

BÜCKEBURG. Knapp 100 000 Euro – um exakt zu sein 99 800 Euro: Das ist die Summe, die die Stadt Bückeburg mit der Online-Versteigerung von 23 Aufsichtsrasenmähern und vier Zusatzmaschinen erzielt hat – alles sichergestelltes Diebesgut, das keinem Eigentümer zuzuordnen war. „Eine Wahnsinnssumme. Ich war selbst überrascht“, sagte Ordnungsamtsleiter Lennart Braun auf Anfrage unserer Zeitung.

veröffentlicht am 15.05.2019 um 13:39 Uhr
aktualisiert am 15.05.2019 um 17:40 Uhr

99 800 Euro hat die Versteigerung der 23 Aufsitzrasenmäher – zunächst – auf ein Sperrkonto der Stadt gespült. Weist innerhalb von drei Jahren kein rechtmäßiger Eigentümer nach, dass ihm ein oder mehrere Mäher gehört haben, fließt das Geld in den Haus
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Raimund Cremers Redakteur zur Autorenseite
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BÜCKEBURG. Knapp 100 000 Euro – um exakt zu sein: 99 800 Euro. Das ist die Summe, die die Stadt Bückeburg mit der Online-Versteigerung von 23 Aufsitzrasenmähern und vier Zusatzmaschinen erzielt hat. „Eine Wahnsinnssumme. Ich war selbst überrascht“, sagte Ordnungsamtsleiter Lennart Braun auf Anfrage unserer Zeitung.

Unter seiner Regie war die Versteigerung der hochwertigen Aufsitzrasenmäher namhafter Hersteller im Internet gelaufen. Die Geräte stammten aus einer Straftat und konnten trotz akribischer monatelanger Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft Bückeburg nicht ihren Vorbesitzern zugeordnet werden (wir berichteten). Ihre Spur verlor sich in den tiefen Skandinaviens, so Informationen dieser Zeitung. Da die bei einem Mann im Bereich Bückeburgs sichergestellten Geräte ihren rechtmäßigen Eigentümern nicht zugeordnet werden konnten und der vermeintliche Täter keinen Vorteil aus seinen Diebstählen ziehen darf sowie auch die gesetzlich vorgeschriebene Aufbewahrungsfrist von einem Jahr abgelaufen waren, sind die Aufsitzrasenmäher daher jetzt in einer sogenannten präventiven Gewinnabschöpfung versteigert worden, die Mitte Mai ausgelaufen ist.

Mindestens 10 000 Euro hatte der Ordnungsamtsleiter aus der Versteigerung erwartet. Dass es knapp 100 000 Euro geworden sind, habe alle sehr überrascht – obwohl sich der Erfolg der Versteigerung bereits angedeutet hatte. Denn bei den Besichtigungsterminen war die Lagerhalle überlaufen worden. Braun: „Die haben uns über den Haufen gerannt. Angesichts der Neuwertigkeit der Aufsitzrasenmäher konnten denn auch gute Preise erzielt werden. Der Höchstbietende bot 6500 Euro für einen Stiga, die anderen Mäher gingen durchschnittlich für 4500 bis 6000 Euro weg. Nur für die beiden Schneefräsen und die beiden Heckrechen fanden sich kaum Bieter. Sie blieben unter 100 Euro hängen.

Das Geld kommt jetzt jedenfalls erst einmal auf ein Sperrkonto. Denn sollte sich noch ein Eigentümer finden oder melden, der entsprechende Nachweise führen kann, muss ihm die Stadt den Versteigerungserlös auszahlen. Drei Jahre muss das Geld noch verwahrt werden. Dann wird es in den Haushalt fließen und in Zeiten knapper Kassen helfen, die eine oder andere Lücke zu schließen oder den einen oder anderen Wunsch zu erfüllen. Der Ordnungsamtsleiter: „Wir werden etwas Sinnvolles damit machen können.“




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