weather-image
Rodenberger Allee: Umweltausschuss empfiehlt Konzept – Bäume werden alle drei Jahre geschnitten / Gefallenes Laub wird abgeholt

25-Meter-Riesen beim Baumfriseur: Kronenpflege für Platanen

Bad Nenndorf (ni). 53 Platanen und eine Rosskastanie zieren die Rodenberger Allee in Bad Nenndorf und bilden nach den Worten von Stadtdirektor Bernd Reese nicht nur ein optisches Highlight, sondern auch „die grüne Lunge“ der Kurstadt. Um diese zu erhalten, – und zugleich aus Gründen der Sicherheit – sind regelmäßige Baumpflege- und Rückschnittmaßnahmen notwendig. Der Umweltausschuss hat jetzt nach Anhörung und Empfehlung der Gutachterin Claudia Amelung dem Verwaltungsausschuss empfohlen, die Platanen dreimal alle drei Jahre zu beschneiden.

veröffentlicht am 13.10.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 01:22 Uhr

Sollen künftig regelmäßig per Baumschnitt gepflegt werden: die P

Die Platanen, die derzeit Höhen von 18 bis 25 Meter aufweisen, können artbedingt sowie aufgrund der spezifischen Nähe zueinander Höhen von mehr als 30 Metern erreichen. Laut Amelung wiesen Kappstellen zwischen elf und 15 Metern Höhe auf eine vor Jahren vorgenommene Höhenreduzierung hin. An diesen Stellen hätten sich büschelartige Neuaustriebe gebildet, die mittlerweile Längen zwischen sieben und elf Metern aufweisen. „Diese Austriebe hätten in der Vergangenheit eingekürzt oder vereinzelt werden müssen, da die Wuchsform nicht artgemäß ist“, moniert die Sachverständige. Auch sei das Ausbruchsrisiko mit zunehmender Länge und Einfaulungen an den Kappstellen gestiegen.

„Wurzelmassenverluste im Rahmen des Ausbaus der Rodenberger Allee, aufgrund derer die Standsicherheit einiger Bäume unter Umständen beeinträchtigt worden sein könnte, lassen zudem einen Rückschnitt sinnvoll erscheinen.“ Allerdings beruhigte Amelung die anwesenden Anwohner umgehend: „Platanen sind insgesamt sehr robuste Pflanzen, deren Wurzelwerk schnell nachwächst.“

Auf Wunsch der Ausschussmitglieder gab sie eine Empfehlung ab: „Frau Amelung hat auf Nachfrage zur dritten Option geraten, weil es in ihren Augen die beste und sicherste darstellt“, sagt Ausschussvorsitzender Michael Graeber (WGN). Der entscheidende Aspekt der dritten Variante bestehe darin, dass „einzelne Äste herausgesucht und herausgepflegt werden“. Das bedeutet: Neuaustriebe werden durch Entnahme von etwa drei Neuaustrieben je Kappstelle „vereinzelt“. Ziel sei es am Ende, so Amelung, einen Trieb aufgebaut zu haben, der die Aufgaben der natürlichen Triebverlängerung übernehme. „Um dieses Ziel zu erreichen, sind mindestens drei Pflegegänge in Abständen von etwa drei Jahren nötig.“

Außerdem werden tote und gebrochene beziehungsweise von Krankheit befallene Äste abgeschnitten oder solche entsprechend gekürzt, die Dächer oder Laternen berühren oder Schilder verdecken (Kronenpflege). Auch der lichte Raum über Fahrbahn und Fußweg wird den Vorgaben gemäß freigelegt (Lichtraumprofilschnitt).

Für die Baumpflege stehen im Haushalt 2009 Mittel in Höhe von 15 000 Euro zur Verfügung. „Pro Baum würde eine solche Pflegeaktion rund 400 Euro kosten“, betont Graeber. Das macht bei 54 Bäumen eine Summe von rund 21 500 Euro. Zuvor waren die Kosten laut Vorlage auf 32 500 bis 43 500 Euro geschätzt worden.

Am Schluss wollten Anwohner noch wissen, ob die Frage der Beseitigung der Blätter geklärt sei. „Die Stadt hat zugesagt, die Säcke abzuholen und bei Bedarf auch einen Laubsauger einzusetzen“, beruhigt Graeber die Skeptiker. „Die Mittel stehen bereit.“




Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare