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Betreiberverein ehrt Irmgard Conrad aus Nordsehl / 490 Passagiere pro Monat gezählt

30 000. Fahrgast im Niedernwöhrener Anrufbus

Niedernwöhren/Nordsehl (gus). Der Anrufbus Niedernwöhren hat seinen 30 000. Fahrgast befördert. Irmgard Conrad aus Nordsehl erhielt deshalb einen Blumenstrauß und eine Zehnerkarte für den Bus gratis.

veröffentlicht am 13.10.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 02:22 Uhr

Conrad hat einen nicht unbeträchtlichen Teil dazu beigetragen, dass der Anrufbus Niedernwöhren eine Erfolgsgeschichte geworden ist. Seitdem das Angebot besteht – in 2003 war der Bus zunächst als kommunale Einrichtung ins Leben gerufen worden – nutzt die Nordsehlerin es. 46 Zehnerkarten hat sie bereits voll, hinzu kommen Einzeltickets. Damit summieren sich Conrads Fahrten mittlerweile auf fast 500.

Ihre meistgefahrene Strecke ist Nordsehl-Stadthagen, wo Conrad an der Marktpassage aussteigt. Dieses Ziel ist bereits fest mit dem Anrufbus verbunden – Geschäftsleute sorgten dafür, dass eine Sitzbank dort postiert wird, wo Fahrgäste häufig auf den Bus warten: im Bereich zwischen den Schiebetüren.

Ein Sonderlob sprach Conrad der Vorsitzenden des Vereins Anrufbus Niedernwöhren, Erika Hoppe-Deter, aus. „Ich staune, was Sie fertigbringen“, sagte Conrad. Einen Verein zu gründen und drei Busse ins Rollen zu bringen, da gehöre schon etwas dazu. Vor allem ehrenamtliche Fahrer, weshalb Conrad auch die rund 20 „Chauffeure“ des Vereins lobte. Nett und hilfsbereit seien sie allesamt.

Hoppe-Deter und Vorstandsmitglied sowie Busfahrer Denis Laroche strichen heraus, dass das Anrufbus-Modell so erfolgreich ist, weil es vorsieht, die Passagiere vor deren Haustür abzuholen und sie auf den Punkt zum Ziel zu bringen – und nicht etwa zu festgelegten Haltepunkten. „Der Großteil unserer Fahrgäste ist nicht mehr so gut zu Fuß“, erklärte Hoppe-Deter.

Laroche ist überzeugt, dass der Anrufbus dazu beiträgt, dass Menschen länger zu Hause wohnen können, anstatt ins Heim ziehen zu müssen. Der Bus biete ein Stück Mobilitätsgarantie. Dies nutzen derzeit etwa 150 Stammfahrgäste wie „Jubilarin“ Conrad.

Die Zahlenentwicklung des Anrufbusses ist beeindruckend. In 2003 startete das Projekt mit monatlich 248 Fahrgästen im Durchschnitt. Seit 2009 ist die 400er-Marke geknackt, es wurden pro Monat durchschnittlich 429 Passagiere gezählt. In 2010 steuert der Bus erneut auf einen Rekord zu: 490 Fahrgäste pro Monat lautet die derzeitige Prognose. Der Anrufbus Niedernwöhren ist nach dem Ende des Sachsenhäger Bürgerbusses eines von zwei funktionierenden ehrenamtlichen Busprojekten. Anders als der Bürgerbus Bad Nenndorf sind jedoch kein fester Fahrplan und kein Haltestellensystem vorgegeben. Per Anruf unter (057 21) 93 50 93 ist das Transportmittel zu ordern.

Es sind drei Kleinbusse in Betrieb, einer davon ist behindertengerecht ausgestattet. 58 Mitglieder zählt der Verein, davon ist etwa ein Drittel als Fahrer im Einsatz. Neue „Chauffeure“ sind jederzeit willkommen. Eine neue Informations-Broschüre ist im Rathaus erhältlich.




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