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Edel, elegant, kauzig, kurios – der Antik- und Trödelmarkt in der Remise des Schlosses

300 Flaschenöffner und ein Autokarten-Apparat

Bückeburg (jp). Ein bisschen altertümlich, ein wenig edel und elegant, ein wenig kauzig und kurios – beim regelmäßig veranstalteten Antik- und Trödelmarkt in der ehemaligen Remise des Bückeburger Schlosses gibt es so ziemlich alles, was hübsch anzuschauen ist und so manches Sammlerherz höherschlagen lässt, aber was man zum Leben nicht wirklich händeringend braucht. Doch gerade das scheint viele Besucher magisch anzuziehen: Die diesjährige Herbstauflage der schon seit einigen Jahren von der Firma Grimm aus Barsinghausen organisierten Veranstaltung erfreute sich insbesondere am Sonntag eines ganz besonders regen Besucherzustroms.

veröffentlicht am 20.10.2010 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 05.11.2016 um 18:41 Uhr

„Ich kann gar nicht genau sagen, woran es speziell an diesem Wochenende liegt, dass es so gut läuft“, meinte ein sichtlich zufriedener Veranstalter Herbert Grimm. „Es sind ja nicht nur mehr Besucher als noch im letzten Jahr, sondern auch mehr Aussteller.“ Das könne ebenso daran liegen, dass das herbstlich-kühle Wetter zurzeit eher zu einem Besuch auf einem Antik- und Trödelmarkt einlade als zu einem Schlossparkbummel, wie auch daran, dass diesmal einige neue, interessante Aussteller dabei seien. „Oder es sind eben gerade an diesem Wochenende nicht so viele Parallelveranstaltungen.“

Einige ganz besonders kuriose Dinge des eindeutig nicht alltäglichen Lebens hatte Walter Eschenbach im Angebot. Der Rintelner, den man ansonsten bundesweit als Butler kennt und schätzt und der auch außerhalb dieser Tätigkeit so gut wie nie auf seinen charakteristischen schwarzen Hut verzichtet, gehört mittlerweile schon zum festen Inventar auf der Anbieterseite des Antik- und Trödelmarkts in der Wagenremise. Diesmal hatte es sich der stets ungemein kultiviert und „very british“ auftretende „Butler Walter“ zur Aufgabe gemacht, einige Sammlerstücke aus Privatbesitz von Freunden und Bekannten zu Geld zu machen.

Als da zum Beispiel wären: Eine Sammlung von knapp 300 Flaschenöffnern aus aller Welt, ausnahmslos aus massivem Messing und in den unterschiedlichsten Formen: Ein Fisch als Flaschenöffner, ein Kreuz, ein Schlüssel, diverse mögliche und unmögliche Tiere und Figuren – für nahezu jeden ist etwas dabei. „Ich hätte mir nie vorstellen können, wie viele verschiedene Flaschenöffner es geben kann“, meint Walter Eschenbach ein wenig ehrfürchtig. „Und jeder einzelne ist im Grunde ein Unikat, da man solche Flaschenöffner natürlich nirgendwo in Serie herstellt und kaufen kann.“ Da gibt es sogar einen Flaschenöffner in Form eines gewaltigen Tierhorns: „Da würd’s mich ja richtig schaudern, wenn ich mir damit eine Flasche öffnen sollte, aber für einen Jäger ist das bestimmt genau richtig.“

Gediegen geht’s dem Kronkorken an den Kragen: Drei der insgesamt knapp 300 Flaschenöffner am Stand von Walter Eschenbach.

Weiter im Angebot von Walter Eschenbach: Eine ganze Reihe amerikanischer Polizeimarken zieht da das Auge des geneigten Trödelmarktbesuchers auf sich. Natürlich sind es keine echten Polizeimarken, aber zumindest täuschend echt gefertigte Replikate einer bayrischen Firma, die den Originalen in Aussehen, Größe und Gewicht so genau wie möglich nachempfunden sind. Zu jeder Marke gehört zudem ein Zertifikat, auf dem beschrieben wird, in welchem US-Bundesstaat in welcher historischen Epoche Polizeibeamte mit solchen Marken ausgestattet wurden.

Ganz skurril wird es dann bei dem Original-Autokarten-Apparat: Rund drei Jahrzehnte vor dem Aufkommen der satellitengestützten Navigationssysteme konnten Autofahrer sich mit diesem Gerät, bei dem man mittels seitlicher Schieberegler den gewünschten Kartenausschnitt einstellt, auf Deutschlands Straßennetz orientieren und die richtige Fahrtroute finden. Ein echtes Schätzchen, das selbst im Internet nur sehr selten zu finden ist. Warum auf diesem Exemplar der Namenszug „Bruno Grothe Bückeburg“ aufgedruckt ist, hat Walter Eschenbach selbst nicht herausfinden können: „Das könnte der Hersteller gewesen sein, vielleicht aber auch nur die Firma, die den Apparat verkauft oder als Werbegeschenk abgegeben hat.“




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