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50 Jahre Dohme Weser-Champignon

Dohme Weser-Champignon, Deutschlands größter und ältester Champignon-Zuchtbetrieb, feiert an diesem Wochenende Firmenjubiläum. Vor 50 Jahren begann auf dem Gelände in der Neuen Heerstraße 35 in Höfingen die Erfolgsgeschichte: Aus dem einstigen Luxusgemüse wurde der beliebteste Kulturpilz, der ganzjährig stets frisch und qualitativ hochwertig auf den Markt kommt. Mit den Champignons erwirtschaftet das Familienunternehmen, zu dem neben dem Hauptsitz noch zwei weitere Betriebe in Brandenburg gehören, einen Jahresumsatz von 20 Millionen Euro.

veröffentlicht am 15.08.2009 um 06:24 Uhr

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Angefangen hat alles im landwirtschaftlichen Lehrbetrieb der Firmengründer Ferdinand und Helene Dohme in Höfingen. Ursprünglich Kohl, Salate und Möhren anbauend und vermarktend, wandte sich Ferdinand Dohme der Zucht von Champignons zu. Im Sommer 1959 wurden die ersten zehn Champignon-Kulturräume auf dem Betriebsgelände eingeweiht. Mit besonderen Pasteurisier- und Anwachsräumen und einem Laboratorium für die Herstellung der Pilzbrut erweiterten Ferdinand und Helene Dohme ihr Unternehmen.

Dr. Ferdinand Dohme, promovierter Biologe, stieg 1980 in Höfingen als Betriebsleiter ein und übernahm das Unternehmen 1985 von seinem Vater. Der Erforschung der Pilz-Zucht, der idealen Zusammensetzung des Nährbodens galt sein besonderes Augenmerk. Er fand heraus, dass ein natürliches Substrat, keimfrei gemacht und gehalten, für beste Wachstumsvoraussetzungen sorgt. Zudem muss ein hoher Klimatisierungsaufwand in den fensterlosen Champignon-Hallen betrieben werden. Um das Zucht-Verfahren immer wieder zu verfeinern und die Qualität zu verbessern, wird in einer eigenen Forschungs- und Entwicklungsabteilung experimentiert. Ständige Kontrollen garantieren die zertifizierten hohen Qualitätsstandards.

Heute befinden sich auf fünf Hektar überdachter Betriebsfläche 100 Pilzhallen, darunter 78 Ernteräume. An sieben Tagen in der Woche pflückt eine große Anzahl an Mitarbeiterinnen die Champignons - neun Wochen nach Anlage der Pilzkulturen. Zu 80 Prozent produziert Dohme Weser-Champignon Frischware. Die Pilze werden nach der Ernte schockgekühlt und sind bereits Stunden später auf dem Weg in alle Handelsgruppen im Bundesgebiet. Blanchiert oder in Großkonserven werden die restlichen 20 Prozent vertrieben. 8000 Tonnen Weser-Champignons werden pro Jahr geerntet und in ganz Deutschland vermarktet.

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Die Zahl der Champignon-Erzeuger ist im Bundesgebiet von 100 auf 25 gesunken. Diese produzieren 50.000 Tonnen Champignons im Jahr, während in Holland oder in Europas Haupterzeugerland Polen bei niedrigen Lohnkosten die fünffache Menge erzeugt wird. Kostete in Deutschland in den 60er Jahren ein Kilo Champignons mit Wurzeln 4,50 DM bei einem Stundenlohn von 1,50 DM, so liegt der Schnittpreis heute etwa bei zwei Euro pro Kilo, der Stundenlohn aber bei zehn Euro. „Bei uns machen die Personalkosten etwa 50 Prozent des Aufwandes aus“, erklärt Dr. Ferdinand Dohme. Seine 250 Mitarbeiter, die aus Deutschland, der Türkei, Vietnam, Thailand und Polen kommen, sind ihm ebenso wichtig wie sie es seinem Vater waren; viele von ihnen leben in betriebseigenen Wohnungen in Höfingen. „Wir fühlen uns als internationales Unternehmen“, betont Dohme.

Investiert hat er in den letzten Jahren immer wieder, um die beanstandete Geruchsbelästigung zu verringern. Gutachten von Behörden bescheinigen den Maßnahmen Erfolg. „Die aggressiven Gerüche haben wir weitgehend beseitigen können, je nach Witterung fühlen sich manche Ortsansässige jedoch weiterhin belästigt“, gesteht Dr. Ferdinand Dohme.

Zünftig und natürlich in Höfingen wird die Familie Dohme ihr Firmenjubiläum am Samstag, den 15. August um 18 Uhr in einem Festzelt feiern - mit 650 Gästen, Höfingern, Freunden, Verwandten, Vertretern aus Wirtschaft und Politik und allen Mitarbeitern. Die Bückeburger Jäger, die Brass Band aus Hemeringen und Happy Connection werden für gute Unterhaltung sorgen.




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